Mönchengladbach-Erkelenz: Prozessauftakt: 20-Jähriger weist Bluttat von sich

Mönchengladbach-Erkelenz : Prozessauftakt: 20-Jähriger weist Bluttat von sich

Zu einer überraschenden Wendung ist es vor der I. Jugendkammer des Landgerichtes Mönchengladbach gleich bei Prozessbeginn gekommen.

Der 20-jährigen Angeklagte aus Mönchengladbach widerrief am Montag die gegenüber dem Haftrichter getätigte Aussage, seine in Erkelenz lebende Freundin am Abend des 29. Dezembers vergangenen Jahres mit dreizehn Messerstichen tödlich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Totschlag zur Last.

Über seine Anwältin ließ der Angeklagte gestern mitteilen, dass er mit der Tötung nichts zu tun habe und die gegen ihn erhobenen Vorwürde bestreite. Er sei „sehr, sehr traurig”, dass das 29-jährige Opfer nicht mehr lebe.

Entgegen seiner früheren Schilderungen habe er die Frau bereits leblos auf dem Bett liegend in deren Wohnung an der Krefelder Straße aufgefunden und sei „vollkommen überfordert” gewesen mit der Situation. Deshalb habe er die Wohnung wieder verlassen, um später mit seiner Mutter und einem seiner Brüder an den Fundort zurückzukehren und den Notarzt zu benachrichtigen.

Bei seiner Vernehmung habe er sich dann in einer „psychischen Ausnahmesituation” befunden. Aufgrund des auf ihn ausgeübten Drucks sei er nicht dazu in der Lage gewesen, „angemessen zu reagieren”, so die Verteidigung.