Düren: ProRad Düren kritisiert Kreuzung der B56n

Düren : ProRad Düren kritisiert Kreuzung der B56n

„Ein Katastrophe“, sagt Tanja Marchow. „Die neue Kreuzung der B56n/Kölner Landstraße ist für Radfahrer wirklich eine Katastrophe.“ Die leidenschaftliche Radfahrerin aus Gürzenich ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft ProRad Düren.

Deren Mitglieder haben sich die Kreuzung angesehen und sind zu dem Ergebnis gekommen: „Es sind zwar zahlreiche Schilder aufgestellt worden, es entsteht aber der Eindruck, dass sich niemand der Verantwortlichen ernsthafte Gedanken über die Radverkehrsführung gemacht hat.“

Die Warnbake verschwindet, Laternenmasten und Kasten bleiben aber und schmälern den Fahrstreifen für Radfahrer und Fußgänger. Foto: AG ProRad

Und so hat Tanja Marchow im Auftrag der Bürgerinitiative, die 2015 gegründet worden ist, an den Landesbetrieb Straßenbau NRW, an die Stadt und den Kreis Düren geschrieben. Und hat zehn Punkte aufgelistet, die nach Ansicht der AG ProRad belegen, „in welch eklatanter Weise die Belange des Radverkehrs missachtet beziehungsweise denen des motorisierten Verkehrs untergeordnet werden“ — stadteinwärts wie stadtauswärts.

Kritiker: Tanja Marchow und Rob Maris. Foto: wel

Radfahren an oder auf der Kölner Landstraße ist schon mal kein Vergnügen, an der Kreuzung der Umgehungsstraße und der Strecke nach Merzenich wird es noch verwirrender.

Da auf der Kölner Landstraße kein Radweg vorhanden ist, fährt der Radler auf der Straße in den Kreuzungsbereich Richtung Merzenich auf der Geradeausspur — um dann festzustellen, dass hinter dem Beginn der Rechtsabbiegespur zur B56n der Bordstein des Gehwegs abgesenkt ist, er also eigentlich noch rechts rüber müsste. „Dafür ist es dann aber zu spät“, sagt Tanja Marchow.

Eigentlich müsste der Radfahrer an dieser Kreuzung von der rechten auf die linke Seite wechseln. Denn geradeaus Richtung Merzenich gibt es keinen Radweg, wohl aber auf der anderen Seite. Wenn der Radler den Seitenwechsel geschafft hat, steht er vor dem nächsten Problem: „Dieser Rad-/Fußweg hat es in sich.“

Ein Stromkasten steht direkt am Übergang. Laternenmasten, Haltestellen- und Bahnübergangsschilder befinden sich mitten auf dem Radweg. Der muss nicht nur von stadtauswärts-, sondern auch von stadteinwärts fahrenden Radlern benutzt werden. Und auch Fußgänger sind dort erlaubt, handelt es sich doch um einen kombinierten Fuß-/Radweg. Von parkenden Autos vor einem Restaurant und Blumenkübeln an einer Tankstelle ganz zu schweigen.

Stadteinwärts ist die Situation kaum besser nach Ansicht der AG ProRad, wobei auch wieder die Beschilderung Beachtung verdienen sollte: Schön versteckt für den Radfahrer verbirgt sich hinter der Kreuzung hinter der Ampel und vor einer großen Reklametafel der Hinweis auf den kombinierten Fuß- und Radweg..

Schildbürgerstreich

Besonders erschwerend kommt für die Mitglieder von ProRad eine Art Schildbürgerstreich hinzu, wie Malchows Mitstreiter Rob Maris schildert: Die B56n durchschneidet eine ausgeschilderte Alternativroute. Parallel zur Kölner Landstraße verläuft die Girbelsrather Straße. Sie wurde von zahlreichen Radlern genutzt. Jetzt versperren Leitplanken und die B56n den Weg.

Maris: „Radfahrer, die die Kölner Landstraße meiden wollen, müssen nun den Umweg über den schlecht gestalteten Kreuzungsbereich nutzen.“ Und erfragt: „Warum hat man hier keine Brücke gebaut?“ Außerdem: „Diese Beispiele zeigen wieder einmal, dass die Planer offensichtlich keinen Blick für die Bedürfnisse der Radfahrer haben, die doch denselben Stellenwert einnehmen sollen wie der motorisierte Verkehr.“

Und deshalb fordert ProRad Düren: Der Radfahrer muss auf der Kölner Landstraße ohne gefährliche Hindernisse auf einem guten und eindeutig geführten Weg unterwegs sein können. Es muss vermieden werden, dass er die Seiten wechseln muss. Oder dass er an Ampeln ausdrücklich Grün anfordern muss.

Dass die Kritik sehr viel früher hätte geäußert werden können, ist den Mitgliedern der AG ProRad klar, aber: Als ein AG-Mitglied sich 2014 für die Pläne interessierte, habe es geheißen, vieles werde erst in der Detailplanung erstellt.Andererseits: „Es ist doch bedauerlich, dass Pläne, die in einer Zeit, in der in erster Linie an den motorisierten Individualverkehr gedacht wurde, nicht an die neuen Anforderungen angepasst wurden.

Schutz des Klimas, weniger Feinstaub, weniger Lärm und Verkehr, mehr Gesundheit für den Menschen — das alles lässt sich auch mit mehr Radverkehr erreichen“, sagen Marchow und Maris unisono. Und deshalb haben sie sich an die zuständigen Behörden gewandt: „Wir wollen schließlich Verbesserungen für die Radfahrer im Bereich dieser katastrophalen Kreuzung erreichen.“

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