Frankfurt am Main: Promi-Geburtstag vom 17. Januar 2017: Frank Lehmann

Frankfurt am Main : Promi-Geburtstag vom 17. Januar 2017: Frank Lehmann

In lockerem Ton analysiert Frank Lehmann die Banken- und Finanzwelt - bis heute.

Zu den Enthüllungen der Panama Papers sagte der gebürtige Berliner und Wahl-Hesse im vergangenen Jahr in einer ARD-Talkshow: „Kapital ist wie ein hungriges Tier. Es sucht immer wieder neue Möglichkeiten, sich satt zu fressen.”

Solche anschaulichen Formulierungen haben ihn in der ganzen Republik bekannt gemacht, vor allem als Gesicht der Sendung „Die Börse im Ersten” vor der Tagesschau, für die er bis Ende 2006 vor der Kamera stand. Heute wird der „Börsenbabbler” 75.

Schon als Kind mit zwölf Jahren kam Lehmann nach Frankfurt. Später studierte er Betriebswirtschaft. Seine Reporter-Karriere begann er lange vor dem Börsenboom bei der Nachrichtenagentur Vereinigte Wirtschaftsdienste (VWD), bevor er 1978 beim Hessischen Rundfunk (hr) eine Festanstellung bekam. Unter anderem leitete er die „hessenschau”, war Chef der hr-Wirtschaftsredaktion und baute eine Börsenredaktion mit auf.

„Frank Lehmann versteht es wie kein anderer, komplexe Themen so zu erklären, dass jedermann sie verstehen kann”, lobt ihn hr-Intendant Manfred Krupp in einer Mitteilung zu Lehmanns Geburtstag.

In einem hr-Interview erinnert sich der Börsenexperte an so machen Streit, den er als Journalist ausgefochten hat. Er sei zum Beispiel mal zum damaligen Generalsekretär der hessischen CDU, Manfred Kanther, bestellt worden, weil dieser die SPD in Meldungen bevorzugt sah. „Ich musste ihm klar machen, dass es bei uns um die Bedeutung der Meldungen geht, nicht ums Erbsenzählen.”

An knackigen Zitaten des dreifachen Vaters, der in Hanau lebt, mangelt es nicht. „Mit Geld ist es wie mit Klopapier: Wenn man es braucht, dann braucht man es dringend”, sagte er einmal. Und er befand, dass Reichtum ein Herz schneller erhärtet als kochendes Wasser ein Ei. Bei seiner letzten Ausgabe von „Börse im Ersten” im Dezember 2006 stellte er fest: „Mit Geld ist es wie mit den Frauen: Wenn man sie behalten will, dann muss man sich darum kümmern.”

Lehmann betonte bei seinem Abschied, trotz seiner Börsenerfahrung nie reich geworden zu sein. „Ich habe nicht genug Geld zum Anlegen”, sagte er und verwies auf seine Kinder. Zu sehen war er auch schon bei Gastauftritten im „Frankfurter Volkstheater” sowie im vergangenen Jahr in dem ARD-Wirtschafts-Thriller „Dead Man Working”. Der drehte sich um den Selbstmord eines Investmentbankers und die dunklen Seiten der Bankenwelt. Lehmann spielte einen Börsenreporter.

(dpa)