Kreis Heinsberg: Projekt „Wurmtalbahn“: Umsteigerpotenzial wird als „hoch“ eingeschätzt

Kreis Heinsberg : Projekt „Wurmtalbahn“: Umsteigerpotenzial wird als „hoch“ eingeschätzt

71 Prozent der Bürger im Kreis Heinsberg finden die Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen Heinsberg und Geilenkirchen-Lindern positiv. 27Prozent stehen dem Projekt „Wurmtalbahn“ neutral gegenüber. Drei Prozent kommen zu einer negativen Bewertung. Diese Zahlen ergeben sich aus der Mobilitätsuntersuchung 2012, die jetzt im Ausschuss für Umwelt und Verkehr vorgestellt wurde.

Im Auftrag des Kreises hatte die Planersocietät (Dortmund) in einer als repräsentativ bezeichneten Befragung Antworten von mehr als 1600 Haushalten mit über 3700 Personen gesammelt und ausgewertet.

„Die Reaktivierung der Heinsberger Bahn stellt für den Kreis Heinsberg eines der wichtigsten Zukunftsprojekte für den öffentlichen Nahverkehr dar“, heißt es in der Untersuchung. Und ein Großteil der Kreisbevölkerung trage dieses Projekt eben mit. Und bei den „neutralen“ Personen sei es möglicherweise so, dass sie sich erst nach der Reaktivierung eine vollständige Meinung über das Projekt bilden würden.

Die Zustimmungswerte sind in Heinsberg, Waldfeucht und Wassenberg mit jeweils über 80 Prozent am höchsten. Für über die Hälfte der Bewohner im Kreis Heinsberg (55 Prozent) sei die neue Schienenverbindung allerdings von einem geringeren Interesse, da sie sich selbst nur selten an Orten entlang der Strecke befinden würden.

Trotzdem sei der Bevölkerungsanteil von 45 Prozent, der mit der neuen Verbindung in Zusammenhang gebracht werden könne, „beachtlich“, findet die Planersocietät. Das Befragungsergebnis deute auf ein hohes Umsteigerpotenzial hin. Mindestens jeder zweite Befragte, der momentan mit dem Auto ein Ziel auf dieser Strecke ansteuere, „würde künftig vermehrt die Bahn nutzen“, so das Untersuchungs­ergebnis. Ein kleinerer Anteil würde trotz des verbesserten Angebots nicht auf die Benutzung des Autos verzichten wollen.

Für Bewohner von Wegberg oder Erkelenz sei das neue Streckenangebot von geringerer Bedeutung. Demgegenüber seien in Heinsberg, Waldfeucht oder Wassenberg größere Auswirkungen feststellbar. Insbesondere Einwohner von Heinsberg und Kreisbewohner, die ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz in der Kreisstadt hätten, würden überproportional häufig angeben, demnächst verstärkt mit der Bahn anstelle des ­Autos zu fahren. Die Planersocietät zeigte sich jedenfalls davon überzeugt: „Die Reaktivierung der Heinsberger Bahn wird spürbare Auswirkungen auf die Verkehrsmittelwahl haben.“

(disch)