Selfkant-Süsterseel: Projekt in Süsterseel: Kinder erleben Naturkreislauf

Selfkant-Süsterseel : Projekt in Süsterseel: Kinder erleben Naturkreislauf

Für die Kinder, Erzieher und Eltern des Kindergartens St. Hubertus in Süsterseel waren die vergangenen vier Wochen sehr erlebnisreich und spannend. In der Lernwerkstatt des Kindergartens konnten die Kinder täglich die Entwicklung von 18 befruchteten Hühnereiern mit verfolgen.

Während sich die Eier in einer Brutmaschine entwickelten, verfolgten die Kinder anhand von „Modelleiern“ jeden Wachstumsfortschritt der Küken im Ei.

„Anhand eines selbsthergestellten Hühnerkalenders erlebten die Kinder die 21 Tage dauernde Brutzeit und das bevorstehende Schlüpfen der Küken hautnah mit“, so die Leiterin Stefanie Herfs. Mit einer Lampe wurden die Eier vorsichtig durchleuchtet und geprüft. Mit großer Spannung wurde der Geburt des Nachwuchses entgegengefiebert und zahlreiche Vorbereitungen getroffen. So richteten die Kinder unter anderem ein heimeliges Zuhause für die Küken aus Streu und einer Wärmelampe her. Während dieser Vorbereitungszeit lernten die Kinder und Erzieher täglich eine Menge über Hühner, deren Lebensweise und ihren Nutzen.

Der Kindergarten hatte sich ganz bewusst für eine bestimmte Sorte von Hühnern entschieden, um einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Hierbei handelt es sich um eine mittlerweile selten gewordene, bedrohte Sorte, das „Brakelhuhn“.

Mit großer Begeisterung und großem „Hallo“ wurde jedes geschlüpfte Küken im Kindergarten willkommen geheißen. Aber nicht nur die Kinder waren voller Begeisterung für dieses Projekt. Erzieher, Eltern und Großeltern kamen aus dem Staunen nicht heraus und waren nicht weniger stolz als die Kinder, als dann alle Küken das Licht der Welt erblickten. Zwölf Tage lang durften die Kinder die geschlüpften Küken bestaunen und das rasche Heranwachsen mitverfolgen.

Jedes Küken bekam einen eigenen Namen. Bereits vorab hatten sich mehrere Familien des Kindergartens bereiterklärt, die Küken nach dieser Zeit bei sich aufzunehmen. So haben die Kinder und Erzieher bei ihren regelmäßigen Ausgehtagen die Möglichkeit, die Kindergarten-Küken zu besuchen. „Die Freude über unsere zwölf Küken und deren wunderbare Entwicklung war sehr groß. Aber auch das Thema ,Tod‘ gehörte zu diesem großen Projekt dazu“, betont Leiterin Stefanie Herfs. Denn die Kinder des Kindergartens nahmen mit den Erzieherinnen gemeinsam Abschied von den sechs Eiern, aus denen leider keine Küken geschlüpft waren. Im großen Kreis gab es viel Raum für Fragen und Gedanken der Kinder.

Gemeinsam planten sie eine Beerdigung und den feierlichen Abschied von den Eiern, die liebevoll „Sternenküken“ getauft wurden. Die Kinder fanden gemeinsam Abschiedsworte, richteten den sechs Eiern ein weiches Bett mit Blumen her, begruben und verabschiedeten sie auf dem Außengelände. „Das Projekt war eine Möglichkeit, den Kreislauf des Lebens hautnah mitzuerleben“, resümiert Leiterin Stefanie Herfs.

(sev)