Wassenberg: Prof. Rongen neuer Dekan an der FH Erfurt

Wassenberg : Prof. Rongen neuer Dekan an der FH Erfurt

Der Wassenberger Architekt Prof. Ludwig Rongen ist der neue Dekan des Fachbereichs Architektur an der Fachhochschule Erfurt.

Damit ist er verantwortlich für die Durchführung und die Qualität der Lehre dieser Fakultät. 1992 hatte Prof. Rongen den Ruf an die FH Erfurt erhalten, die ein Jahr zuvor neu gegründet worden war. „Ich hätte damals auch einem Ruf nach Wiesbaden folgen können, habe mich aber aus mehreren Gründen für Erfurt entschieden”, erzählt er.

„Hier konnte ich den Aufbau maßgeblich mitgestalten. Zudem ist Erfurt für mich eine der schönsten Städte Deutschlands.” Und, was er damals noch nicht wusste: So erhielt er das Angebot, Nachfolgeautor von Prof. Dietrich Neumann im renommierten Baukonstruktionslehre-Standardwerk, bekannt unter dem Namen „Frick-Knöll”, zu werden.

Seine beruflichen Ziele verfolgt der Architekt aber auch in unserer Region weiter. „Ich möchte der Innovativen und zeitgemäßen Architektur auch zu mehr Akzeptanz im ländlichen Raum, zum Beispiel in unserer Region, verhelfen”, betont er. Im ländlichen Raum habe sich in der Baukultur in der Regel in den letzten 20 Jahren so gut wie nichts geändert. „Neue Lösungsansätze werden häufig sogar von Entscheidungsträgern verhindert”, sagt er.

„Auch auf diese Aufgabe, auf dieses Ziel hin möchte ich meine Studenten und Studentinnen vorbereiten. Architekten haben eine hohe soziale Verantwortung. Sie gestalten unsere gebaute Umwelt, und die Qualität unserer Umwelt trägt wesentlich zu unserer Lebensqualität insgesamt bei.”

Hier gebe es noch viel zu tun. „Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, die mir anvertraute Aufgabe zur Zufriedenheit aller Betroffenen zu erledigen. Dies gilt für meine freiberufliche Tätigkeit als Architekt genauso wie für meine Autoren- und Lehrtätigkeit.”

Ob auch Architekten unter der derzeit angespannten Wirtschaftslage leiden? „Natürlich”, betont er. „Dennoch sage ich den Studenten immer: So lange es Menschen auf dieser Erde gibt, bauen sie Häuser. Auch heute gilt noch: Gute Architekten finden einen Job, vielleicht nicht in der Stadt, in der sie studiert haben. Da muss man schon flexibel sein.”

Man sollte aber nur dann Architektur studieren, wenn man vom Studium wirklich begeistert ist, rät er. „Diesen Beruf muss man mit Leidenschaft ausüben, nur dann ist man erfolgreich. Aber das gilt für alle anderen Berufe genauso.” Kein junger Mensch sollte sein Studienfach nach der derzeitigen Wirtschaftslage auswählen, rät er - wie das leider viel zu häufig geschehe. „Hätte ich das getan, wäre ich nie Architekt geworden. Auch damals war die wirtschaftliche Lage für Architekten alles andere als gut.”

Wenn man ständig auf der Suche nach neuen Lösungen, neuen Möglichkeiten sei, würden sich automatisch immer neue Chancen und Perspektiven für das eigene Weiterkommen ergeben. Das gelte natürlich nicht nur für die Architektur.