Preuß will Arbeit des Landrates fortsetzen

Preuß will Arbeit des Landrates fortsetzen

Kreis Heinsberg. Im Herbst 2003 hatte Landrat Karl Gruber, der im April 61 Jahre alt wird, entschieden, bei der Kommunalwahl am 26. September aus Altersgründen nicht mehr anzutreten, sondern das Amt in jüngere Hände zu legen.

Doch seine Absichten behielt er erst einmal für sich. Derjenige, der von Gruber nun offiziell als sein Nachfolger vorgeschlagen wurde, erfuhr Anfang des Jahres, nachdem der Landrat aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt war, von dessen Plänen: Helmut Preuß (54), als Leitender Kreisverwaltungsdirektor einer der Dezernenten in der Kreisverwaltung, entschied sich dann aber „relativ schnell”, seine Bereitschaft zur Kandidatur zu signalisieren, nachdem er natürlich zunächst einmal mit seiner Ehefrau Annelie Rücksprache genommen hatte. Aber für Preuß war letztlich klar: „Diese Chance kommt nur einmal im Leben. Da sollte man zugreifen!”

Preuß lebt in Wassenberg-Effeld, wo er am 12. August 1949 geboren wurde. Nach Besuch von Volksschule Effeld und Kreisgymnasium Heinsberg (mittlere Reife) absolvierte er ein Verwaltungspraktikum bei der damaligen Kreisverwaltung Erkelenz, wo er 1968 seine Ausbildung als Kreisinspektoranwärter antrat.

An der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Aachen studierte er mit der Examensnote „gut” in der Prüfung und der Verleihung des Kommunal-Diploms zum Abschluss. In Kreisdiensten führte ihn die Karriereleiter über verschiedene Stationen (zum Beispiel Leiter des Ordnungsamtes und Leiter des Hauptamtes) schließlich 1995 zum Dezernentenposten.

1996 wurde er zum Leitenden Kreisverwaltungsdirektor ernannt. Als Leiter des Dezernates I unterstehen ihm Hauptamt, Personalamt, Amt für Schule, Kultur und Weiterbildung sowie Rechnungsprüfungsamt. Er ist zugleich Leitender Bürobeamter der Gesamtverwaltung.

In die CDU trat Preuß im Dezember 1997 ein; „ein Spätberufener”, wie ein Parteifreund bei der Pressekonferenz am Mittwochabend in Heinsberg humorvoll anmerkte. Der Parteieintritt sei eine Gewissensentscheidung gewesen, so Preuß, und nicht mit Blick auf eine mögliche weitere Karriere erfolgt.

Für Preuß ist seine eigene Landratskandidatur „eine überraschende Entwicklung”. Die überwältigende Zustimmung in Kreistagsfraktion und Kreisvorstand deutete er als einen „großen Vertrauensbeweis”.

Mit welchen Inhaltlichen Zielen er die „große Herausforderung” im Amt des Landrates ausfüllen wolle, dies zu sagen, sei so noch zu früh, erklärte auf eine entsprechende Nachfrage der Verwaltungsfachmann, der insbesondere die guten Beziehungen zu den niederländischen Nachbarn im Grenzland pflegt und dafür 1999 von der Königin der Niederlande zum „Ritter des Ordens von Oranien-Nassau” ernannt worden war. Das vorrangige Ziel sei aber, so Preuß, „die erfolgreiche Arbeit unseres Landrates” fortzusetzen. Dies werde im Zusammenwirken mit Fraktion und Partei auch gelingen, zeigte sich der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Hanno Kehren überzeugt.

Zunächst einmal haben aber am 13.Mai die Kreisvertreterversammlung der CDU und am 26.September die Wähler das Wort.