Hückelhoven: Preisexplosion beim Müll

Hückelhoven : Preisexplosion beim Müll

Gebühren sind ein sensibles Thema. Das wissen die Politiker, und deshalb wird auch bereits im Vorfeld anstehender Erhöhungen ausgesprochen lebhaft diskutiert.

Im Haupt- und Finanzausschuss lag am Dienstagabend unter Tagesordnungspunkt vier die „Betriebskostenabrechnung 2004 für die Abfallbeseitigung” auf dem Tisch. Eigentlich eine sehr erfreuliche Angelegenheit, denn die Abrechnung weist einen Überschuss von 179.702,50 Euro aus. Dieser Überschuss muss bis 2007 an den Gebührenzahler zurückgegeben werden.

Außerdem steht aus dem Jahr 2003 noch ein Überschuss von 112886,17 Euro in den Büchern, zudem sind diverse kleinere Rücklagen vorhanden, sodass sich die „Sonderrücklage Müll” auf 335867,35 Euro summiert.

Dr. Henning Herzberg plädierte dafür, diesen Überschuss dafür zu verwenden, die im kommenden Jahr anstehenden „massiven Gebührenerhöhungen für die Müllentsorgung” für die Bürger verträglich zu gestalten.

Denn dass die Müllgebühren die einzelnen Haushalte im kommenden Jahr erheblich mehr belasten werden, als dies jetzt noch der Fall ist, ist sonnenklar: Der Müll wird künftig verbrannt. Und zwar nach dem Willen des Regierungspräsidenten in Weisweiler. „Der Kreis hat sich um eine Ausschreibung der Entsorgung bemüht, lief beim RP aber gegen eine Wand”, sagte Herzberg. „Weisweiler. Basta!”, sozusagen.

Rudi Freyler von der Bürgerpartei sprach von einer bevorstehenden „Abzocke von Trieneckens und Konsorten” und wollte, dass Kämmerer Helmut Holländer „die Katze aus dem Sack lässt: Was kostet den Bürger die Müllentsorgung im nächsten Jahr?”

Das konnte Holländer allerdings beim besten Willen nicht sagen: „Die Stadt ist nur für die Sammlung des Mülls, nicht für dessen Entsorgung zuständig, das ist Sache des Kreises.” Der Kämmerer hofft, „dass wir mit 230 Euro pro Tonne Müll auskommen”. Zurzeit zahlt der Kreis noch 175 Euro pro Tonne.

Im April weiß der Kämmerer vielleicht mehr. Jeder Einzelne kann sich allerdings heute schon ungefähr ausrechnen, was auf ihn zukommt: Siehe oben.