Kreis Düren: Präventationskonferenzen: Kein Kind zurücklassen

Kreis Düren : Präventationskonferenzen: Kein Kind zurücklassen

„‚Kein Kind zurücklassen‘ ist ein Erfolg. Deshalb wollen wir das Projekt ab Herbst 2016 nach und nach auf alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen ausdehnen. Denn es ist gut für die Kinder und die Zukunft des Landes.“

Als NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vor der Hauptstadtpresse dieses Fazit zum NRW-Modellprojekt „Kein Kind zurücklassen“ zog, war Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) mit dabei. Er war einer von zwei Repräsentanten aus den 18 NRW-Pilotkommunen, die die Pressekonferenz mit Praxiserfahrungen aus erster Hand bereicherten. Die Regierungschefin hatte sich zuvor in allen Modellkommunen eingehend über die Umsetzung vor Ort informiert, so auch in Kreuzau, dem Vorreiter im Kreis Düren.

Entlang der Rur wird Hannelore Kraft keine Überzeugungsarbeit mehr leisten müssen. Der Funke für die Projektidee „Vorbeugen statt heilen“ ist bereits im Juni 2015 bei der ersten kreisweiten Präventionskonferenz in Nörvenich auf die anderen Städte und Gemeinden übergesprungen. Mittlerweile hat Wolfgang Spelthahn alle Rathäuser im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes besucht, das Indener folgt nach den Schulferien.

In allen Kommunen werden lokale Präventionskonferenzen stattfinden, entweder noch in diesem oder Anfang nächsten Jahres. Was in Kreuzau gelungen ist, wollen die übrigen nun für sich organisieren: ein Netzwerk von Partnern, das alle Kinder und Jugendlichen im Blick behält. Junge Menschen, die aus welchem Grund auch immer Unterstützung in ihrer Entwicklung benötigen, sollen diese zuverlässig und schnell bekommen. Sensibilisierte Partner und effektive Kommunikationswege sollen das gewährleisten.

Ein Knoten in allen lokalen Netzwerke soll das „KeKiz“-Präventionsbüro im Kreishaus Düren sein, das beim Amt für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren angesiedelt ist. Es unterstützt die Städte und Gemeinden mit Rat und Tat. Dazu wurde es personell auf zwei Stellen aufgestockt.

So begrüßte Spelthahn mit Elke Borgmann und Susanne Herfs zwei langjährige Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung in neuer Funktion, die mit Uli Lennartz als Vertreter der Träger der freien Jugendhilfe die Aufgaben im Präventionsbüro stemmen werden. „Ich freue mich sehr über diese personelle Verstärkung“, sagt Elke Ricken-Melchert, die im Kreishaus federführend für „Kein Kind zurücklassen“ zuständig ist, „damit können wir endlich die vielen Ideen, die wir haben, umsetzen.“

„Wir müssen verhindern, dass aus Armut Chancenarmut wird“, hatte die Ministerpräsidentin in der Staatskanzlei gesagt. Dazu wurden im Kreis Düren bereits niedrigschwellige Angebote wie Mütterberatung und Schnullercafés geschaffen. Viele Ehrenamtler engagieren sich im Babybegrüßungsdienst und informieren Eltern über Unterstützungsangebote. Bewegungskindergärten und Sportvereine sorgen dafür, dass auch die körperlich Entwicklung nicht zu kurz kommt.