Hückelhoven: „Präservativkorb” für beherztes Handeln

Hückelhoven : „Präservativkorb” für beherztes Handeln

Katastrophenalarm in Saffelen: Durch eine Böe der Windstärke drei wurde jüngst eine altersschwache Pappel an einem Feldweg nahe des Friedhofes entwurzelt.

Hastenraths Willi und Josef Jackels berichteten über den schier unglaublichen Vorfall.

Aber damit noch nicht genug: Vorübergehend hemmte der Unglücksbaum den Verkehrsfluss von „zweieinhalb Rentnerehepaaren pro Tag”.

Vor allem einer Person sei es zu verdanken, dass die heikle Situation schnell wieder entschärft werden konnte, so das Rurtal Trio zu Beginn der ersten „Nabend-zusammen”-Show nach der Sommerpause: Elisabeth Schlömer.

Sie versorgte die Freiwillige Feuerwehr, die übrigens nur eine Reaktionszeit von 56 Minuten benötigte, während ihres Räumungseinsatzes mit heißer Gulaschsuppe.

Rein zufällig befand sich die hilfsbereite Dame im Aula-Publikum. Dass sie sich an ihre großherzige Tat gar nicht zu erinnern schien, kam nicht von ungefähr...

Die beiden Repräsentanten der pulsierenden Selfkant-Metropole hielt dies aber keineswegs davon ab, Schlömer für ihr „enjagliertes” Handeln einen „Präservativkorb” zu versprechen. Dann nahm der „vornehme und glamouröse Abend” seinen weiteren Lauf.

Käthe Lachmann aus Hamburg hat eine absolut werbetaugliche Teleshopping-Verkaufsstimme. Einschmeichelnd, angenehm, überzeugend. Der fernsehbekannte Satz ihres Lebens lautet: „Es ist ganz unglaublich! Zehn Kilo in nur zwei Wochen!”

Anstatt mit ihrem Synchronisations-Schicksal zu hadern, machte sie ihr Steckenpferd kurzerhand zum Programm. Leidenschaftlich berichtete Lachmann über die Kunst des Kuchenbackens, erinnerte sich wehmütig an die Trennung von ihren Kuscheltieren und begeisterte die Zuschauer für europäische Königshäuser.

„Kuscheln, Klammern, Katastrophenmanagement” - so teilt Stand-up-Comedian Stephan Bauer in seinem aktuellen Programm „Nachts geht mehr” die typischen Phasen einer Ehe ein. Ohnehin war der unaufhörliche Geschlechterkampf sein Hauptthema.

Äußerst wütend machte es den wortgewandten Bonner, dass „Frauen keinen Sensus für die notwendige Technik im Hi-Fi-Bereich” haben. Einem Sakrileg kommt es da schon nahe, wenn das weibliche Geschlecht zu Verschönerungszwecken Terrakotta-Blumentöpfe (mit Loch) auf die heimischen Musikboxen platziert.

Ikonen der Ästhetik würden rücksichtslos verschandelt. Für Bauer liegen diesem Sachverhalt ganz klar evolutionäre Gegebenheiten zu Grunde.

Heavy-Metal-Freak Moses W. aus Bochum bekundete erst einmal, wie froh es ihn mache, in Hückelhoven auftreten zu dürfen. Was ihn ein wenig störte: „Die Groupies aus der ersten Reihe haben Bügelfalten.” Er gab unter anderem eine geringfügig abgeänderte Version des Bruce-Springsteen-Hits „Summer of 69” zum Besten.

Einen „ganz persönlichen Menschheitstraum” erfüllte sich Manfred Mustermann, laut Hastenraths Willi ein „sympathischer Halbprominenter aus der Region”. Marc Breuer alias Mustermann verlas seinen eigenhändig verfassten Text „Als ich einmal eine Büttenrede halten musste” unter einem Pseudonym, um nicht die Missgunst eingefleischter Karnevalisten auf sich zu ziehen.

Immer noch zu schaffen macht es Brüh, dass der Karnevalsconférencier ihn bei seinem schicksalhaften Auftritt als Cabaretkünstler ansagte. Cabaret, so der Spezialist, mache man im Regelfalle aber nur dann, wenn man mit einer rosa Federboa bestückt und ansonsten nackt auf der Bühne des Moulin Rouge in Paris herumstolziere.