Kreis Heinsberg: Positives Fazit nach Premiere des Azubi-Austauschs

Kreis Heinsberg : Positives Fazit nach Premiere des Azubi-Austauschs

Mit einem Erfahrungsaustausch ist eine spannende Woche für die Beteiligten des erstmals stattgefundenen Auszubildendenaustauschs zwischen Verwaltungen und Unternehmen im Kreis Heinsberg zu Ende gegangen.

Auf Initiative des Wirtschaftsbeirates hatten 19 Azubis von ­Kommunalverwaltungen Einsicht in die Arbeitsabläufe von Industrie-, Finanz-, Bau- und Sozialunternehmen erhalten. Im Gegenzug hatten 19 Azubis der Unternehmen vier Tage lang die Gelegenheit, die Arbeit in einer öffentlichen Verwaltung kennenzulernen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, fasste Stephan Pusch, Landrat und Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates, bei der Abschlussveranstaltung im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses das Wagnis der Umsetzung einer Idee zusammen. Das Kennenlernen anderer Berufswelten stand im Mittelpunkt des Projekts.

Wenn auf der einen Seite die Bedingungen der freien Wirtschaft Neuland für die Verwaltungen seien, so sei auf der anderen Seite mit dem Einblick in die Arbeit der öffentlichen Verwaltung das Ziel verbunden, Verständnis für deren Sachzwänge bei den Unternehmen zu wecken, betonte Pusch einen Aspekt des Azubi-Austauschs.

Netzwerk dient Zusammenarbeit

Gereon Frauenrath, stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates, betonte für die Unternehmerseite, dass mit dem Austausch Gelegenheiten geschaffen worden seien, miteinander zu reden, sich kennenzulernen und eventuelle Vorurteile abzubauen. Ein so entstehendes Netzwerk diene der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Verwaltung und damit dem Beschäftigungswachstum in der Region.

Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und Ansprechpartner für den Wirtschaftsbeirat, moderierte eine Gesprächsrunde mit einigen Auszubildenden.

Stellvertretend für die 38 an diesem Projekt beteiligten Azubis fassten Maike Swoboda (Frauenrath Bauconcept), Max Finken (Frauenrath Bauunternehmen) und Thomas Roth (Kreis Heinsberg) ihre gesammelten Erfahrungen zusammen. Maike Swoboda hatte die Tage genutzt, um Einblick in die Arbeit des Jobcenters zu erlangen. Dass die Gewinnung von Facharbeitskräften zu den wichtigen Aufgaben eines Unternehmens gehört, ließ sich an ihrem Beitrag bestens nachvollziehen und machte die gewonnenen Erkenntnisse zu einem Beleg für die Relevanz des Azubi-Austauschs.

Auch Max Finken bezeichnete die Erkenntnisse und Einsichten als Gewinn. Mit der Teilnahme an einer Rohbauabnahme durch das Bauamt des Kreises Heinsberg erlangte er einen Mehrwert an Kenntnis für die eigene Arbeit im Unternehmen. Für Thomas Roth von der Kreisverwaltung war der kurze Einblick in den Arbeitsabläufe eines Industrieunternehmens ebenso nachhaltig. Die Organisation von Schichtarbeit und die Betreuung von 35 Mitarbeitern während einer Produktionsschicht nötigten ihm großen Respekt ab. „Verwaltung ist jedoch spannender“, lautete am Ende sein legitimes Fazit.

Auch wenn die Auswertung des gesamten Feedbacks durch Fragebögen noch aussteht, so waren sich alle Beteiligten über den Willen zu einer weiteren Auflage des Azubi-Tausches einig. Maike Swoboda fasste dies in ihrer Aussage zusammen: „Ich kann den Azubi-Austausch nur empfehlen.“

Landrat Pusch äußerte in seinem Schlusswort den Dank an alle beteiligten Unternehmen und Verwaltungen, betonte aber seinen Wunsch, dass zukünftig neben der Kreisverwaltung und den Verwaltungen der Städte Hückelhoven und Übach-Palenberg auch die anderen Städte und Gemeinden des Kreises sich beteiligen mögen.

(jwb)