Kreis Heinsberg: Polizei warnt weiterhin vor Anrufen von falschen Polizisten

Kreis Heinsberg : Polizei warnt weiterhin vor Anrufen von falschen Polizisten

Die Polizei warnt weiterhin vor Anrufen von falschen Polizisten. In einem Fall sind jetzt von einem Opfer Bargeld und Schmuck an einen unbekannten Täter übergeben worden.

Die Zahl der Fälle von Anrufen falscher Amtsträger schnellt weiter in die Höhe: Gab es im vergangenen Jahr im Kreis Heinsberg insgesamt rund 150 solcher Taten (von denen allerdings mehr als 90 Prozent im Versuchsstadium blieben), so wurden in diesem Jahr nach nur etwas mehr als einem Monat schon 70 Taten registriert.

Alleine am vergangenen Sonntag hatten mehr als 30 ältere Menschen im Kreis Heinsberg Anrufe von angeblichen Polizeibeamten erhalten. Die Anrufer befragten sie zu ihren Vermögensverhältnissen. Teilweise gaben sie an, dass die Polizei nach der Festnahme von Einbrechern eine Liste mit Namen der Betroffenen gefunden hätte, so dass zu vermuten wäre, dass weitere Einbrüche bevorstehen würden. Während die meisten Angerufenen den Trick durchschauten und das Telefonat beendeten, kam es bei einer Tat in Oberbruch zur Übergabe von Bargeld sowie Schmuck, in einem weiteren Fall in Karken wurde eine Wohnung betreten, wie die Pressestelle der Kreispolizeibehörde am Montag berichtete.

Demnach erhielt gegen 23 Uhr eine Seniorin in ihrer Wohnung in Oberbruch an der Boss-Fremery-Straße einen solchen Anruf. Die 80-jährige Frau schöpfte keinen Verdacht, als sie zunächst von einem Mann und anschließend von einer Frau dazu aufgefordert wurde, Bargeld und Schmuck zusammenzulegen. Ihre Wertsachen sollte sie dann in einer Tasche einem Mann zuwerfen, der unter dem Balkon ihrer Wohnung stand.Die Oberbrucherin wurde laut Polizeibericht so geschickt manipuliert, dass sie den Anrufern glaubte und dem Mann ihre Tasche herunterwarf. Dieser verschwand dann unerkannt mit der Beute. Nach Angaben des Opfers handelte es sich bei dem Täter um einen großen, jungen Mann mit schmächtiger Statur. Auf dem Kopf trug er eine Kappe.

Etwa im gleichen Zeitraum erhielt auch eine 73-jährige Frau in Karken einen solchen Anruf. Ihr wurde von einer angeblichen Kriminalpolizistin eine ähnliche Situation geschildert und das Telefonat solange fortgeführt, bis ihr angeblicher Kollege an der Tür des Hauses auf der Straße Im Winkel klingelte. Die Karkenerin ließ den Unbekannten in ihre Wohnung. Als sie Bargeld übergeben sollte, forderte sie vehement nach einem Dienstausweis. Diesen konnte der Mann nicht vorlegen. Er flüchtete aus dem Haus. In diesem Fall wurde der Täter als etwa 23 bis 24 Jahre alter Mann beschrieben, circa 1,90 Meter groß und sehr schlank. Er trug eine Jeanshose, einen dunklen Parka und eine schwarze Kappe.

Die Polizei bittet um Zeugen­hinweise unter Telefon 02452/9200.