Kreis Düren: Polizei im Kreis Düren muss zu 30 Unfällen ausrücken

Kreis Düren : Polizei im Kreis Düren muss zu 30 Unfällen ausrücken

Ein einsatzreicher Freitag für die Polizei: Zu 30 Unfällen mussten die Beamten ausrücken. Bei acht Unfällen wurden insgesamt 13 Menschen verletzt, manche von ihnen schwer. Bei den anderen 22 Unfällen blieb es bei Blechschäden, doch die Gesamtsumme beläuft sich auf knapp 190.000 Euro.

„Manche schieben es auf das schöne Sommerwetter. Bei genauer Betrachtung ist jedoch die Ursache eines jeden Verkehrsunfalls beinahe ausnahmslos der Tatsache geschuldet, dass Verkehrsteilnehmer sich nicht an die allgemein verbindlichen Regeln gehalten haben“, beschreibt die Polizei in Düren den Freitag. Fehlende Achtsamkeit und den Drang, möglichst schnell anzukommen, war wohl für die Unfälle verantwortlich.

Los ging es gegen 10 Uhr. Bei einem schweren Unfall auf der Bundesstraße 399 bei Düren wurde ein 54-jähriger Autofahrer lebensgefährlich verletzt. Ein 28 Jahre alter Fahrer aus Hürtgenwald war von Gey kommend in Richtung Düren unterwegs, als er nach ersten Erkenntnissen der Polizei trotz roter Ampel über eine Kreuzung fuhr. Es kam zum Zusammenstoß mit einem Transporter.

Der Ältere erlitt schwerste Verletzungen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Hürtgenwalder und ein weiterer, 30 Jahre alter Unfallbeteiligter erlitten leichtere Verletzungen. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf etwa 70.000 Euro. Der Kreuzungsbereich musste für mehrere Stunden gesperrt werden.

Um 13.45 Uhr gab es im Dürener Stadtteil Rölsdorf einen Auffahrunfall. Ein Autofahrer aus Düren verschätzte sich an der Einmündung der Monschauer Straße zur Bahnstraße, als die Vorausfahrenden an der Ampel anhielten. Eine Seniorin aus Düren erlitt durch den Aufprall leichte Verletzungen.

Ein 17-jähriger Austauschschüler aus Australien war gegen 14.50 Uhr mit seinem Rad auf der Zülpicher Straße unterwegs, achtete beim Überqueren der Fahrbahn jedoch nicht ausreichend auf den Verkehr. Er prallte gegen ein Auto, durch die Wucht des Aufschlags zerriss die Windschutzscheibe an dem Auto einer 76 Jahre alten Frau aus Kreuzau. Der Jugendliche kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wird aber keine schwerwiegenden Folgen davontragen.

Kurz nach 15 Uhr kam es im Umfeld von Heimbach zu einem Unfall mit einem Motorradfahrer. Der 72 Jahre alter Motorradfahrer war auf der Kreisstraße 10 aus Mechernich-Berg kommend unterwegs, übersah dann aber offenbar die vor ihm liegende Kreuzung zur Landesstraße 169. Ohne vom Gas zu gehen überquerte er die Kreuzung mit Stopp-Zeichen.

Zur selben Zeit fuhr eine 47-jährige Autofahrerin aus Heimbach von Hergarten nach Bergbuir auf der kreuzenden Straße. Die Fahrzeuge prallten zusammen, der schwerverletzte Kradfahrer musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Die Heimbacherin konnte ihr Autowrack nur noch über das Panoramadach verlassen, kam aber mit einer ambulanten Behandlung im Krankenhaus davon. Der 40-jährige Sohn des schwerverletzten Niederländers, der auf einem Motorrad hinter seinem Vater fuhr, wurde mit einem Schock ebenfalls ärztlich betreut.

Betrunken Unfall gebaut

Um 16.10 Uhr ging es gleich weiter. Im Jülicher Stadtteil Koslar auf der Rathausstraße baute ein Autofahrer einen Unfall unter Alkoholeinfluss. Der 56-jährige war im Auto eingeschlagen und wurde durch andere Verkehrsteilnehmer geweckt, die an die Scheibe der Fahrertür klopften. Der Mann aus Alsdorf wachte auf, legte den Gang ein und fuhr gegen das vor ihm stehende Auto.

Die hinzugerufene Polizei stellte fest, dass der Eingeschlafene unter dem Einfluss von Schlaftabletten und Alkohol stand. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,12 Promille. Rettungssanitäter stellten außerdem eine Erkrankung bei dem Mann fest, sodass dieser mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Dort wurden Blutproben entnommen, seinen Führerschein ist der Mann auch los.

Um 16.40 Uhr wurden vier Personen bei einem Unfall leicht verletzt. Ein 20-Jähriger fuhr mit seinem Wagen auf der L11 in Richtung L136, als er in Höhe von Aldenhoven-Niedermerz aus unbekannten Gründen nach links von der Fahrbahn abkam und auf der Gegenfahrbahn mit einem Klein-Lkw kollidierte. Mehrere Rettungswagen waren im Einsatz, um die vier Verletzten zu behandeln.

Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden für diesen Unfall alleine beläuft sich auf knapp 30.000 Euro. Für die Zeit der Unfallaufnahme wurde die L11 in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei hat das Mobiltelefon des Fahrers für eine Auswertung zur Klärung der Unfallursache sichergestellt.

Pedelec-Fahrerin übersehen

Die Dürener Innenstadt war um 17.15 Uhr der nächste Unfallort. Dort kam es zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Pedelec. Die 57 Jahre alte Fahrerin des Elektrorads hatte an der Kreuzung Kölnstraße und Hohenzollernstraße zunächst bei Rotlicht an der Ampel gewartet. Als die Dürenerin, die vom Markt kam und geradeaus in Richtung Friedrich-Ebert-Platz fahren wollte, zum Starten ansetzte, wurde sie von dem neben ihr fahrenden Autofahrer zu spät erkannt.

Der 28-Jährige, ebenfalls aus Düren, bog nach rechts an und sein Auto stieß gegen das Pedelec. Die Frau stürzte vom Rad, trug aber einen Helm, der Schlimmeres verhinderte. Sie wurde am Fuß verletzt.

Um 17.40 Uhr kam es nach Angaben von Zeugen und Beteiligten auf der B56 in Höhe des Jülicher Stadtteils Altenburg zu einem Unfall, weil ein großer Vogel mittig auf der Fahrbahn gelandet war. Eine in Richtung Düren fahrende Frau war dem Tier erfolgreich ausgewichen, hatte dabei jedoch die Kontrolle über ihren Wagen verloren und nach rechts von der Fahrbahn abgekommen.

Die 51-Jährige aus Düren wurde dabei leicht verletzt. Sie kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus, konnte dieses aber später nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

Wie im Wilden Westen

„Radikale Wildwest-Szenen“ sollen sich zwischen Unfallbeteiligten um 17.30 Uhr im Raum Hürtgenwald ereignet haben. Vor dem Unfall gab es nach ersten Ermittlungen wohl einen Streit zwischen einem 32 Jahre alten Quad-Fahrer aus Langerwehe und einem 30 Jahre alten Motorradfahrer aus Simmerath. Ersten Hinweisen zufolge sollen sich die beiden Fahrer nach dem Streit auf der B399 in halsbrecherischer Weise gegenseitig genötigt, verfolgt und abgebremst haben.

Als das zunächst ohne schwerwiegende Folgen ausgestanden war und die Parteien sich getrennt hatten, fuhr der 30-Jährige, so seine Angaben, auf die L160 nach Simonskall. Dort habe der Quad-Fahrer auf einem Schotterplatz gestanden und sei plötzlich auf den heranfahrenden Motorradfahrer zu Fuß losgestürmt. Dabei kam es zum Zusammenstoß der Beiden mit schweren Folgen.

Der Motorradfahrer blieb unverletzt, sein Kontrahent wurde jedoch durch den Rettungsdienst zur stationären Behandlung abtransportiert. Er musste eine Beinfraktur operativ behandeln lassen. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Bislang noch nicht bekannte Zeugen dürfen sich gerne bei der Dürener Polizei melden.

Auf der B56 in der Nähe von Vettweiß-Froitzheim gab es um 18.50 Uhr einen Unfall. Ein 55 Jahre alter Autofahrer aus der Region Karlsruhe und ein ebenfalls 55 Jahre alter Motorradfahrer aus Mönchengladbach waren auf der Bundesstraße von Frangenheim nach Froitzheim unterwegs. Im dichten Verkehr hatten die Beiden im selben Moment die Idee zu überholen. Dabei gerieten das von hinten kommende Motorrad und der Wagen gegeneinander.

Motorradfahrer zog den Kürzeren

Den Kürzeren zog der Motorradfahrer: Er geriet nach links in den Straßengraben, überschlug sich mehrfach und blieb schwerverletzt liegen. Mit zahlreichen Verletzungen wurde der Mann in ein Krankenhaus transportiert. Das total beschädigte Motorrad musste abgeschleppt werden.

Teilweise mussten die Unfallorte für die Dauer der Unfallaufnahme und Reinigungsmaßnahmen gesperrt werden. Neben Polizei und Rettungsdienst war die Feuerwehr im Einsatz.

Die Ermittlungen zu allen Unfällen dauern noch an. „Bereits jetzt dürfte jedoch feststehen, dass das eine oder andere tragische Geschehen bei gesteigerter Rücksicht, Vorsicht und Weitsicht hätte vermieden werden können“, erklärt die Dürener Polizei.

(red/pol)