Kreis Heinsberg: Polizei geht energisch gegen Stalker vor

Kreis Heinsberg : Polizei geht energisch gegen Stalker vor

Seitdem der Gesetzgeber das belästigende Nachstellen (Stalking) unter Strafe gestellt hat, kann die Polizei Stalking-Opfer besser schützen, weil nunmehr die so genannten Stalker strafrechtlich verfolgt werden können.

Stalking heißt auf Deutsch so viel wie Anpirschen. Und das machen die Täter oft über Monate und Jahre, um Macht und Kontrolle über ihr Opfer auszuüben: durch belästigende Telefonanrufe, aufdringliche Email oder SMS-Nachrichten, das Auflauern vor der Wohnung oder dem Arbeitsplatz, das Beobachten oder Verfolgen des Opfers bis hin zu körperlichen Übergriffen. Die Erscheinungsformen von Stalking sind vielfältig. Die Täter stammen überwiegend aus dem persönlichen Umfeld des Opfers, wie zum Beispiel Ex-Partner, die sich rächen wollen oder die Trennung nicht akzeptieren.

Auch im Kreis Heinsberg kommt dieses kriminelle Verhalten laut Polizeibericht häufiger vor, als man vielleicht glauben möchte. Doch bisher konnte die Polizei strafrechtlich nur gegen die Täter vorgehen, nach dem eine Nötigung, Bedrohung, Hausfriedensbruch oder eine Körperverletzung schon erfolgt war. Nun wird die Polizei konsequent gegen jeden vorgehen, der die Sicherheit eines anderen Menschen bedroht und seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt. Somit kann frühzeitig eine mögliche Gewaltspirale unterbrochen werden.

Durch konsequente Anwendung dieser neuen gesetzlichen Möglichkeit hat die Polizei im Kreis Heinsberg schon drei besonders betroffene Opfer vor ihren gewaltbereiten ehemaligen Lebenspartnern schützen können, indem durch eine zielgerichtete Ermittlungsarbeit ein Haftbefehl erwirkt werden konnte und die Täter in Untersuchungshaft genommen worden sind.

Der jüngste Fall ereignete sich in Gangelt. Ein 21-jähriger Mann aus Stolberg hatte seine schwer herzerkrankte 28-jährige Freundin brutal misshandelt. Mit einem Besenstiel zerschlug er ihr das Kniegelenk, um sie am Verlassen der Wohnung zu hindern. Nachdem die Frau einen Notarzt verständigt hatte und ins Geilenkirchener Krankenhaus eingeliefert worden war, wurde sie dort abermals von ihrem Peiniger heimgesucht, der die ans Bett gebundene Frau mehrfach schlug, bevor er wieder flüchtete. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus war die Frau fortwährend Opfer nächtlicher Anrufe und Bedrohungen. Der Mann kündigte für den Fall der Trennung an, zuerst die 28-Jährige und dann sich selbst töten zu wollen.

Die Kripo Geilenkirchen konnten über die Staatsanwaltschaft Aachen einen Haftbefehl erwirken. Der Tatverdächtige wurde bereits wenige Tage später an seiner Arbeitsstelle in Aachen festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Weitere Informationen zum Schutz gegen Stalker und auch Tipps bzw. Hilfestellungen für Opfer gibt es im Internet oder beim Kommissariat Vorbeugung/Opferschutz der Polizei im Kreis Heinsberg, Telefon 02452/920-5555.