Selfkant-Süsterseel: Polizei findet keine Spur von vermisster Frau aus dem Selfkant

Selfkant-Süsterseel : Polizei findet keine Spur von vermisster Frau aus dem Selfkant

Die weißen Stämme der Birken und das herbstlich-gelbe Laub spiegeln sich am Montagvormittag auf dem kleinen See im Waldgebiet zwischen Tüddern und Süsterseel. Aber bis auf wenige Spaziergänger ist niemand wegen der Idylle dort. Einsatzfahrzeuge der Polizei parken am Ufer. Der Herr von der Mordkommission hat seine Hose in die Gummistiefel gesteckt und schaut aufs Wasser.

Sieben Männer heben ein Schlauchboot von einem Anhänger. Die Suche nach der Leiche von Dorota Galuszka-Granieczny läuft.

Dorota Galuszka-Granieczny ist die 29-jährige Frau, die bis zum 18. Oktober mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn in Süsterseel lebte. Seither gilt sie als vermisst. Fast drei Wochen später geht die Polizei offensichtlich davon aus, dass sie tot ist. Auch wenn Katja Schlenkermann-Pitts, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen, sagt, dass weiterhin in alle Richtungen ermittelt werde.

Die Schraube des Außenbordmotors beginnt leise, sich zu drehen. Im Boot sitzen zwei Polizisten und ein Hund. Das Tier soll mit seiner feinen Nase herausfinden, ob die Leiche der jungen Frau in diesem See versenkt wurde. Der Hund gibt keinen Laut von sich. Etwa eine halbe Stunde später fahren die Beamten noch einmal über den See. Diesmal ist nicht der Hund, sondern ein Echolot an Bord.

Ob die Leiche tatsächlich auf dem Grund des Sees liegt? Ob sie nicht viel weiter vom Wohnhaus der Vermissten entfernt versteckt wurde? Ob es überhaupt eine Leiche gibt? Das kann bis Montagabend niemand sagen.

Wenige Fakten sind in dem Fall bekannt. Dafür sind viele Gerüchte in Umlauf. Der Ehemann soll der Polizei erzählt haben, dass Dorota Galuszka-Granieczny ihre Wohnung an der Annastraße am 18. Oktober gegen 23 Uhr verlassen hat. Das scheint sicher. Dabei soll sie Schuhe mit hohen Absätzen getragen haben, ihr Handy habe sie nicht bei sich gehabt. Das Kind nahm sie auch nicht mit.

Vorher sollen die Eheleute gestritten haben, weil Dorota Galuszka-Granieczny einen Geliebten gehabt habe. Laut Staatsanwaltschaft wird der Ehemann, der vergangene Woche für einige Stunden festgenommen worden war, weiterhin beschuldigt, seine Ehefrau umgebracht zu haben.

Im Wald bei Süsterseel bilden die Polizisten eine Kette. Schritt für Schritt durchkämmen sie den Forst. Mit dünnen Stangen stochern sie im Unterholz. Eine Polizistin finden einen schwarzen Müllsack. Was ist drin? „Nur Holz“, sagt sie, keine Leiche.

Oberstaatsanwältin Schlenkermann-Pitts will keine detaillierte Auskunft dazu geben, warum die Suche erst jetzt beginnt: „In der Zusammenschau der Ermittlungsergebnisse erschien das zum jetzigen Zeitpunkt sachgerecht.“ Am Dienstag soll die Suche weitergehen.