Philosophie am Gartengrill

Philosophie am Gartengrill

Heute möchte ich zwei Aspekte der besonders in ländlichen Gegenden beliebten sommerlichen Grillzeit hervorheben. Da ist zunächst einmal die Förderung der nachbarschaftlichen Beziehungen.

Wer nicht eingeladen ist, freut sich vor allem über den Qualm nicht ganz trockenen Holzes oder den nach angebranntem Fleisch riechenden Rauch, der sein Grundstück überzieht oder sich im Schlafzimmer niederlässt, wo man ja wegen der Hitze die Fenster nicht schließen kann. Dieser Rauch-Qualm erinnert dann an eine Räucherkammer, die dem Schinken eine gewisse Dauer verleiht - so wie er nun die nachbarliche Freundschaft befestigt.

Ein zweites wichtiges Nebenprodukt des Grillens sind die schon fast philosophisch-theologisch zu nennenden Gespräche, die sich in vorgerückter Stunde über Gott und die Welt ergeben. So kamen in einem Freundeskreis im Anschluss an die in NRW geänderten Gesetze über die Bestattung Gedanken darüber auf, was denn nach dem Tode mit einem passieren sollte. Während die einen die immer noch weitgehend übliche Erdbestattung bevorzugten, wollten andere sich verbrennen lassen und stritten darüber, was denn mit der Asche geschehen sollte.

Wenig Zustimmung fand dabei der Vorschlag, dem/der Verstorbenen in der Eieruhr über den Tod hinaus eine praktische Funktion zu zuweisen. Auch mit einem anderen Einfall konnte sich die Runde nicht so recht anfreunden. Ein für seinen schwarzen Humor bekanntes Grill-Mitglied meinte, es würde sich ausstopfen lassen. Es wisse nur noch nicht, an welcher Stelle im Haus es dann für seine Familie immer präsent sein sollte. Wüssten Sie einen passenden Platz?