Selfkant-Isenbruch: Philipp Busch wird Isenbrucher Schützenkönig mit 20

Selfkant-Isenbruch : Philipp Busch wird Isenbrucher Schützenkönig mit 20

Vor 15 Jahren gab es immer einen besonderen Hingucker, wenn das Trommler- und Pfeiferkorps Isenbruch aufmarschierte. Ganz vorne neben Papa Martin Busch marschierte nämlich ein kleiner Knirps, ebenfalls in Uniform und mit kleinem Tambourstab. Der fünfjährige Philipp zog alle Blicke auf sich. Er führte den Tambourstab fast schon so gut wie Papa Martin.

Einige Male durfte der kleine Tambourmajor sogar alleine bei Paraden vorneweg marschieren — da schlug sein Herz wie wild. Philipp wurde von der Musikbegeisterung der Familie angesteckt, neben Papa und Mama sind Bruder Marcel und Schwester Vera ebenfalls im Trommler- und Pfeiferkorps aktiv. Als die Geschwister Zuhause Flötenunterricht erhielten, entschied Philipp sich für das Trommlerspiel. Bereits in jungen Jahren durfte Philipp als Trommler mitmarschieren. Der Verein war für Philipp Busch von Beginn an eine zweite Familie.

Stolz: Mama und Papa Busch freuen sich mit ihrem Sohn Philipp. Foto: agsb

15 Jahre nach den Aufzügen als kleiner Tambourmajor erfüllte sich Philipp Busch einen Traum. Bisher war Isenbruch dreimal Gastgeber des Schützenfestes im Dekanat Gangelt-Selfkant, dreimal stellte dabei das Trommler- und Pfeiferkorps St. Martini, das der Bruderschaft angeschlossen ist, den Schützenkönig. Und der 20-jährige Philipp Busch wollte die Tradition mit der Königswürde der Spielmannsleute aufrecht zu halten. Sein Ziel: den Holzvogel von der Stange holen.

In den Vorjahren hatte er beim Königsvogelschuss schon ein wenig geübt und sich dem Wettbewerb einige Runden gestellt, die Vision 2018 hatte er stets im Hinterkopf. Und dann gelang ihm tatsächlich in diesem Jahr der Superschuss, Isenbruch und Familie Busch standen „Kopf“.

„An die Gratulationen kann ich mich gar nicht erinnern“, sagt der 20-Jährige lachend. „Ich habe abgedrückt, nach links und rechts und wieder links geschaut, sah plötzlich alle jubeln — und dann fehlen mir einige Minuten“, sagt der Student und grinst bei der Erinnerung. Dabei war dieser Vogelschuss kein leichter, denn neben Philipp schossen drei Schützen voll drauf — aber Busch rettete die bisherige Tradition und wurde Nachfolger von Gerry Fiddelers (1986), Elmar Grüters (1997), Gerd Janssen (2007).

Philipp Busch ist allerdings nicht der jüngste Isenbrucher Schützenkönig, es gab jüngere vor ihm und dies zeigt den Vereinsgeist im Westen Deutschlands. Wie Philipp Busch sind viele Isenbrucher von Klein Teil des Vereinslebens, fast alle Isenbrucher sind irgendwie in den Vereinen verwurzelt.

Im Vorfeld hatte Philipp Busch bereits eine künftige Königin ins Visier genommen. „Angelina Heutz aus Breberen und ich kennen uns schon lange. Sie war gleich begeistert“, sagt der neue Schützenkönig. „Papa und Mama wussten nichts davon“, erzählt Philipp. Er informierte seine Bekannte nach dem Superschuss. Sie machte sich gleich auf den Weg.

„Tage danach war Kirmes in Tüddern. Da haben mir Leute gratuliert, die ich gar nicht kannte.“ Und für den neuen Schützenkönig gab eine weitere neue Erkenntnis: Als Schützenkönig ist man laut Isenbrucher Schützensatzung Mitglied im Vorstand. Deshalb konnte Philipp Busch die Vorbereitung für ein Dekanatsschützenfest hautnah miterleben.

„Das Vereinsleben hat mich geprägt, ich bin schon fasziniert.“ Philipp Busch kann sich das Leben ohne die Aktivitäten mit den Vereine nicht mehr vorstellen. „Ich bin da zum Glück reingewachsen, für mich ist das Vereinsleben schon Routine, die einfach dazu gehört.“ Dafür dankt er seiner Familie, die ihm das Pflegen der Traditionen vorgelebt hat. „Im Verein, da halten alle zusammen, da wird kein Unterschied gemacht. Ob nach den Proben oder Auftritten — es ist schon was Schönes“, schwärmt Philipp Busch.

Mittlerweile gehört Philipp Busch auch der Schießgruppe im Ort an — und er hat damit ein weiteres Kapitel seines aktiven Vereinslebens aufgeschlagen.