Pfeifenreiniger und Schrott

Pfeifenreiniger und Schrott

Wockerath (an-o) - Zum zweiten Mal wurde ein Bauernhof zum Forum für die heimische Kunst. Der Wockerather Kunsthof bietet Künstlern aus der Region die Möglichkeit, in familiärer Atmosphäre ihre Werke auszustellen und auch an die Kundschaft zu bringen.

Insgesamt 19 Kunstrichtungen, zählt man die Ausstellung der Veranstalterin Jutta Rixgens dazu, waren am Wochenende in Wockerath vertreten. Dabei wurden viele Facetten abgedeckt: Die Palette reichte von Aquarell- und Acrylmalerei über Tiffany und Tonarbeiten bis hin zu Holzspielzeug.

Sogar eine Kunstform, die bis jetzt noch gar keinen richtigen Namen hat. Dies sagen zumindest die beiden Künstlerinnen Jutta Jaensch-Lehan und Christine Bößem, die aus Pfeifenreinigern und ungesponnener Schafwolle Figuren modellieren. Untertitel: "Kreatives aus Wolle". Dabei sind der Fantasie vom Apfel bis zur kleinen Puppe keine Grenzen gesetzt. "Die Kunstrichtung ist noch sehr neu", sagt Jutta Jaensch-Lehan. "Sie kommt aus dem Bereich der Anthroposophen."

"Rostige Kreaturen" sind die Leidenschaft von Jutta Rixgens, die den Kunsthof zusammen mit ihrem Mann Manfred nun schon zum zweiten Mal organisierte. Wie sie zu diesem ungewöhnlichen Hobby kam, Metall zu schweißen und rosten zu lassen? "Mein Mann hat vor zwei Jahren den Fehler gemacht, mich mit auf einen Schrottplatz zu nehmen", so die Künstlerin. "Da kam die Inspiration." Zuerst geht sie dazu auf den Schrottplatz und sucht sich brauchbare Eisenwaren. "Früher haben mich die Besitzer immer noch gewarnt, ich solle auf den Schrottbergen vorsichtig sein", erinnert sich Rixgens. "Heute grüßen sie nur noch nett."

Dodo das Wurmauto

Ist ein Kunstwerk fertig, erhält es selbstverständlich einen Namen wie zum Beispiel "Dodo, das Wurmauto" oder "Der Eurowurm". Und am liebsten würde sie sich gar nicht mehr davon trennen. Doch irgendwann wäre ja dann der eigens für die "Rostigen Kreaturen" angelegte Park voll. "Wir haben den Kunsthof aus mehreren Gründen ins Leben gerufen", sagt Manfred Rixgens. "Es ist zum Beispiel schwierig, die zum Teil sehr großen und schweren Werke meiner Frau auf Märkte zu bringen. Also haben wir den Markt zu uns geholt."

Die Fortsetzung ist auch geplant: Im nächsten Jahr, wieder am zweiten Augustwochenende, soll der Kunsthof wieder seine Pforten öffnen. Aber die Zahl der Aussteller soll nicht weiter steigen. "Es soll familiär bleiben."