Erkelenz: Petra Rosen stellt im Johanniter-Stift aus

Erkelenz : Petra Rosen stellt im Johanniter-Stift aus

Frank Schubert wusste um die Mühen, die Besucher des Johanniter-Stifts in Erkelenz am Sonntagnachmittag auf sich genommen hatten.

Der gesamte Innenstadtbereich war schließlich abgesperrt, als die Grenzlandbegegnung diverser Karnevalsvereine ihren volltönenden Lauf nahm.

Erkelenz sei eben eine vielfältige und lebendige Stadt, unterstrich der Leiter der Seniorenresidenz bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Bilderausstellung von Künstlerin Petra Rosen. „Alle, die sich zu Fuß auf den Weg gemacht haben, mussten dies ja am eigenen Leib erfahren”, meinte Schubert schmunzelnd.

Etwaige Anstrengungen zahlten sich jedenfalls aus, denn die intensiv kolorierten Kunstwerke zogen die Betrachter ganz in ihren Bann. Daher auch der viel sagende Titel: „Er-leben durch Farben.”

Sonnenblumen, Mohnblumen und Paprika - aufgeschnitten oder noch „heile” - gehören unter anderem zum unaffektierten Repertoire von Rosen. Sowohl ganze Blumenlandschaften erschuf sie als auch großformatige „Einzelaufnahmen” einer Pflanze.

„Ich habe mehrere Epochen durchlebt”, informierte die Malerin. Die ausgestellten Aquarelle etwa seien vor den Acrylstillleben entstanden. Auch Herzen malt Rosen, die manchmal allerdings gebrochen sind.

Erstmals vor zwei Jahren hat sie ihr Konzept „Kunst als Lebensraum” Bewohnern des Johanniter-Stiftes sowie auswärtigen Gästen präsentiert - mit Erfolg, wie die erneute „Bilderflut” im Foyer und im Restaurant des Stifts vermuten lässt. Den Kontakt stellte Stiftsleiter Schubert her.

Die Überschrift einer Collage bringt Rosens Schaffen vielleicht auf den Punkt: „Relax and think about it”.

Anfang der 80er Jahre erlernte die 1964 geborene Künstlerin den Beruf der Gestaltungstechnischen Assistentin. Schon damals sammelte sie erste Erfahrungen im Umgang mit Farben. Das vergangene Jahr verbrachte Rosen an einer Rudolf-Steiner-Schule in Großbritannien, um dort mehr über Anthroposophie und Farbkompositionen zu erfahren.

Renate Schröder, eine Freundin der Ausstellerin, erläuterte den Besuchern: „Die Idee hinter Petra Rosens künstlerischen Arbeit ist die Leidenschaft, durch kreatives Schaffen Menschen zu begeistern, ihnen durch die Ressourcen der Natur und der Farben wieder neue Kraft und Lebensmut zu geben.”

Für die musikalische Gestaltung sorgte die Künstlerin unter Mithilfe eines Gitarristen selbst. Ihr selbstkritischer Kommentar nach der Darbietung einiger Stücke: „Ich glaub, meine Bilder sind besser als mein Gesang.”

Mit der Versteigerung eines ihrer Werke möchte der Johanniter-Stift seinen Beitrag für die Betroffenen der Flut leisten. Bisher wurden bereits 500 Euro für die AZ-Aktion „Menschen helfen Menschen” gesammelt.