Kreis Düren: Peter Münstermann soll für die SPD den Landratssessel erobern

Kreis Düren : Peter Münstermann soll für die SPD den Landratssessel erobern

Der Landtagsabgeordnete Peter Münstermann wird für die SPD im Kreis Düren am 13. September 2015 ins Rennen um das Landratsamt gehen. Er konnte mehr Stimmen als Olaf Müller für sich gewinnen.

Der 58-jährige Gewerkschaftler aus Schlich setzte sich am Samstag in einer Kampfabstimmung in Aldenhoven-Niedermerz mit 47:35 Stimmen gegen den 55-jährigen Dürener durch, der seit sieben Jahren Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen ist. Für Müller war es die zweite parteiinterne Niederlage, nachdem er im vergangenen Jahr bereits Liesel Koschorreck bei der Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in der Stadt Düren den Vortritt lassen musste.

Müller, der in Aachen hohes Ansehen genießt, hatte sich zuvor als Kind der Sozialdemokratie vorgestellt und auf seine Führungskompetenz als Leiter des Aachener Kulturbetriebs mit 200 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 19 Millionen Euro verwiesen. „Ich kann Verwaltung“, rief er den Delegierten zu. Er charakterisierte den Kreis Düren als „schlafenden Riesen“, den es zu wecken gelte und der zu schade sei, „bloße Transitzone zwischen Aachen und Köln zu sein“. Dass er als Landrat stärker die erfolgreiche Arbeit des Forschungszentrums Jülich für den Kreis nutzen und „Honig aus den ABC-Städten Aachen, Bonn und Colonia saugen“ wolle, konnte die Mehrheit der Delegierten aber ebenso wenig überzeugen wie die heftige Kritik an den „Selbstinszenierungen“ des Amtsinhabers Wolfgang Spelthahn oder der Ankündigung, Städte und Gemeinde als Landrat spürbar entlasten zu wollen.

Münstermann punktete bei den Genossen mit seiner Verbundenheit zum Kreis und mit seiner im vergangenen Landtagswahlkampf bewiesenen Kämpfernatur, als er entgegen aller Prophezeihungen das Direktmandat für die SPD im Norden und Osten des Kreises zurückgewann. „Verwaltungsarbeit ist wichtig, wichtiger aber ist, den Kreis zu kennen“, betonte der 58-Jährige. „Ich weiß wie der Kreis tickt, wie die 15 Kommunen ticken.“ Und der Landtagsabgeordnete verwies auch auf seine guten Kontakte in die Düsseldorfer Ministerien und zu den Bezirksregierungen. Münstermann kündigte an, als Landrat ein Sofortprogramm zur Entlastung der Kommunen aufzulegen und versprach, die überdurchschnittlich hohe Kreisumlage „langfristig um fünf Prozent zu senken“. Personal und Haushalt des Kreises gelte es zu konsolidieren, ohne Sozialstandards abzubauen. Um mehr Arbeitsplätze und damit Gewerbesteuer in den Kreis zu holen, wolle er an einem „Runden Tisch“ mit den Kommunen einen Struktur- und Gewerbe-Masterp lan erarbeiten. Auch ein Energie-Masterplan liegt ihm am Herzen.

Der unterlegene Olaf Müller wurde auf Vorschlag des alten und neuen Kreisvorsitzenden Dietmar Nietan als Beisitzer in den Unterbezirksvorstand gewählt. „Ich habe in den vergangenen Wochen gute Erfahrungen gemacht und möchte mich auch weiterhin politisch engagieren“, betonte Müller, dessen Enttäuschung sich nach der Abstimmungsniederlage in Grenzen hielt und der sich nun „als Mensch der Kultur“ wieder mit viel Herzblut seiner Arbeit in Aachen widmen wolle.

Dietmar Nietan dankte den beiden Kandidaten ausdrücklich für die faire Auseinandersetzung, wertete den innerparteilichen Zweikampf um die Spitzenkandidatur als großes Plus der SPD, in der es ein breites Spektrum an Meinungen und Biografien gebe, rief die Partei aber jetzt auch zur Geschlossenheit auf. „Der Wahlkampf hat begonnen.“