Erkelenz: Pastor Plewnia immer noch voller Tatendrang

Erkelenz : Pastor Plewnia immer noch voller Tatendrang

Was es heißt, ein Flüchtling zu sein, weiß Pastor Dieter Plewnia sehr gut.

Am eigenen Leib erfuhr er schon in jungen Jahren, wie schwer es ist, in der Fremde Fuß zu fassen.

Vielleicht liegen dem Geistlichen gerade deshalb die Menschen so am Herzen. Egal ob jung oder alt, krank oder gesund, Pastor Plewnia möchte für sie da sein.

Auch wenn er in seiner Pfarre St. Lambertus Erkelenz nicht immer genügend Zeit für alle Gemeindemitglieder hat. „Dafür ist die Pfarrgemeinde einfach zu groß”, bedauert er.

Mit rund 13000 Mitgliedern ist sie schließlich eine der größten im Bistum Aachen. Dennoch fühlt sich der Priester der Aufgabe noch gewachsen. Am heutigen Mittwoch feiert er seinen 70. Geburtstag.

Geboren wurde Dieter Plewnia am 29. Oktober 1933 in dem Örtchen Pilzendorf in Oberschlesien. Bis Januar 1945 verbrachte er seine Kindheit dort. „Als die Front näher rückte, mussten wir fliehen”, erinnert sich der Theologe.

Über die Neiße ging es nach Halle und Göttingen, ehe der damals 17-Jährige 1951 in Aachen landete. Dort absolvierte er drei Jahre später sein Abitur und entschloss sich, Priester zu werden.

„Der Gedanke, Priester zu werden, hat sich während der Flucht entwickelt. Die Nachkriegszeit war keine leichte Zeit, als Flüchtling war man ja nicht immer überall willkommen. Da hat mich der Einsatz vieler Priester sehr beeindruckt”, versucht der Geistliche seine Motivation zu beschreiben, die ihn zum Theologiestudium an die Uni Bonn brachte.

1958 setzte Plewnia seine Studien am Priesterseminar in Aachen fort und hatte am 26. Juli 1960 mit der Priesterweihe im Dom zu Aachen schließlich seinen Traum erfüllt.

Zunächst war er bis 1965 als Kaplan in den Kirchengemeinden St. Foillan und St. Nikolaus in Aachen tätig, ehe er bis 1972 als Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger an St. Remigius in Viersen wirkte.

Von 1972 bis 1986 war Plewnia Pastor der Pfarre St. Willibrord in Herzogenrath-Merkstein, „bis mich der Bischof 1986 hierher nach St. Lambertus Erkelenz geholt hat”, sagt der Theologe.

In Erkelenz wartete ein Haufen Arbeit auf ihn. Schließlich galt es, die Kirche innen wie außen zu renovieren.

„Die einzelnen Bauabschnitte haben mich durch die ganzen Jahre begleitet”, berichtet er. Darüber hinaus erfüllte ihn die Vorbereitung der Kommunionkinder auf die Erstkommunion, die er bis heute übernimmt. Der Religionsunterricht an der Franziskusschule verbindet ihn ebenfalls noch mit den jüngsten Gemeindemitgliedern.

Wann er in Ruhestand geht, weiß Pastor Plewnia bislang nicht. „Ich werde im kommenden Jahr mit dem Bistum Gespräche führen und die Planung meines Ruhestands angehen”, erklärt er und verspricht: „Natürlich werde ich die Gemeinde dann sofort informieren.”

Bis dahin hat der Jubilar aber noch einiges vor. Die Planung für das Fest zum Kirchweihfest vor 50 Jahren stehen im kommenden Jahr ebenso an wie die Eingliederung der Katholiken von Gerderath, Gerderhahn, Golkrath und Houverath in das Gemeindeleben.

Dabei kann er jedoch fest auf seine Gemeinde zählen, weiß Plewnia. Denn, die Bereitschaft zum Ehrenamt ist in St. Lambertus groß. „Ohne die Ehrenamtler wäre ich arm dran”, ist er dankbar.

Seinen Geburtstag feiert der Priester am Mittwoch um 18 Uhr mit einer Messe. Anschließend ist im Pfarrzentrum Oktoberfest angesagt. Plewnia: „Dazu ist die ganze Pfarre eingeladen.”