Erkelenz: Parodie und Nonsens gefallen nicht allen

Erkelenz : Parodie und Nonsens gefallen nicht allen

Plattitüden, Poesie á la Shakespeare und Nonsens-Reime wechselten sich beim Theatergastspiel der Berliner „Shakespeare Company” in der Erkelenzer Stadthalle so schnell ab, dass der Zuschauer Mühe hatte, dem Gesagten zu folgen, geschweige denn, es zu verarbeiten.

Aufgeführt wurde „Wie es euch gefällt” von William Shakespeare, das die mit dem Publikumspreis des Festivals Avignon ausgezeichnete Regisseurin Vincianne Regattieri aus Paris völlig neu und vor allem sehr modern inszenierte hat.

Es hagelte nur so an Parodien auf die heutige Werbung. Vor allem aber war die Inszenierung randvoll gespickt mit Gesellschaftskritik und zum Teil sehr bissigen Seitenhieben auf die Politik. Auszüge moderner Lieder wie etwa „We are the champions” von Queen und die Interaktion mit den Zuschauern gehörte ebenfalls zur Aufführung der Shakespeare Company.

Das Gesamtpaket, zu dem bei all den Nonsens-Reime, die durchaus einen Sinn ergaben, hervorragende schauspielerische Leistungen gehörten, war nicht jedermanns Geschmack.

Einige Besucher verließen die Stadthalle vorzeitig, die meisten aber schienen fasziniert von dieser neumodischen Inszenierung, bei der Shakespeares Charaktertypen nicht fehlten.

Rosalinde (Tjadke Biallowons) liebt Orlando (Christoph Kottenkamp), verkleidet als Knabe Ganymed lehrt sie ihn die Liebe und prüft ihn, der sich täuschen lässt und zu lieben glaubt, ohne zu erkennen. Celia (Alexandra Surer) dagegen liebt Oliver (Victor Calero), während Silvius (Christian Leonhard) Phoebe liebt (Annick Klug), doch die liebt Rosalinde oder doch eher sie als Ganymed?

Die vielfältigen Auftritte der verschiedenen Liebespaare markieren die extremen Positionen im Spiel um den Kampf der Geschlechter und spielen die tragende Rolle in diesem Stück: In Parodie, in Schäferspielen, Clownerie und absurden Verwechslungen wird das Ideal romantischer Liebe amüsant relativiert. Rosalinde, die strahlendste der Komödienheldinnen Shakespeares, verkörpert dieses Ideal mit erfrischendem Wirklichkeitssinn und vor allem gekonnt in spielerischer Selbstironie.

In dem bunten Beziehungsreigen spielen auch Jacques (Victor Calero), der Melancholiker, Probstein (Markus Fennert), der Narr, der Audrey (Alfred Hartung) vernascht, und die Schäferin Corinne (Vera Kreyer) mit.

Sogar Shakespeare (Alfred Hartung) ist mit von der Partie. Allerdings spielt er in dem Stück eine recht ungewöhnliche Rolle, nämlich die eines kläffenden Hundes. Das Geschehen spielte sich im wesentlichen im Wald von Arden ab, einen Wald, den sich die Zuschauer mangels Kulisse jedoch vorstellen mussten.

„Ihr könnt es halten wir ihr wollt. Wir nehmen es, wie es euch gefällt”, betonten die Schauspieler zum Ende des Stückes und ernteten viel Beifall.