Bonn: Papst schlägt im Streit unter deutschen Bischöfen Gespräch in Rom vor

Bonn : Papst schlägt im Streit unter deutschen Bischöfen Gespräch in Rom vor

Im Streit in der katholischen Kirche Deutschlands um die Zulassung von Protestanten zur Kommunion will der Papst ein Gespräch in Rom führen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, begrüße diesen Wunsch ausdrücklich, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Bonn mit. Zum geplanten Teilnehmerkreis und zum Zeitpunkt machte er zunächst keine Angaben.

Die Bischofskonferenz hatte im Februar beschlossen, in Ausnahmefällen die katholische Kommunion für protestantische Ehepartner in konfessionsverschiedenen Ehen zu öffnen. Dagegen gibt es allerdings Widerstand. Sieben Bischöfe unterzeichneten ein Schreiben an den Vatikan, das unter Federführung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki verfasst wurde. Sie äußerten darin Zweifel, ob eine nationale Bischofskonferenz solche Entscheidungen überhaupt treffen dürfe. Über diesen Protestbrief hatten die sieben Bischöfe ihren Vorsitzenden Marx erst nachträglich in Kenntnis gesetzt.

In die im Fokus stehende „Handreichung über konfessionsverschiedene Ehen und eine gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie” wurden nach Angaben der Bischofskonferenz mittlerweile Änderungsvorschläge eingearbeitet. Die Mitglieder der Konferenz hatten sie bis Ostern einreichen können. Über den Sachstand werde Marx die Bischöfe am 23. April bei einer turnusmäßigen Sitzung informieren. Das Dokument sei von ihm nicht an den Vatikan geschickt worden. Berichte, wonach die Handreichung durch den Papst abgelehnt worden sei, seien falsch, hieß es.

(dpa)