Ordnungsamt Nörvenich hat Hunde im Blick

Nörvenich/Kreis Düren : Hunde im Fokus der Ordnungsämter

Hunde beißen manchmal andere Hunde. Und manchmal auch Menschen. In der Gemeinde Nörvenich wurden dem Ordnungsamt im vergangenen Jahr acht „Beißvorfälle“ gemeldet. Im Frühjahr wurde ein Mensch von einem Hund verletzt — das Tier wurde eingeschläfert. Allerdings nicht auf Anordnung des Ordnungsamtes, sondern aus eigener Entscheidung des Halters.

120 weitere Beschwerden rund um den Hund liefen im vergangenen Jahr beim Ordnungsamt der Gemeinde auf — sie reichen von Beschwerden über Hundekot auf Wegen bis zu Hinweisen auf Menschen, die ihre Hunde nicht anleinen oder auf Hunde, die auffällig, aggressiv sind oder zu laut bellen. „Es ist wichtig, solchen Hinweisen nachzugehen, denn nur so können wir feststellen, ob einzelne Hunde immer wieder Probleme machen“, erklärt Michael Reutter, Beigeordneter und Leiter des Ordnungsamtes.

Die Nörvenicher Verwaltung hat das Thema Hunde seit anderthalb Jahren besonders auf der Agenda. Jüngst hatte das NRW-Umweltministerium die Kommunen anlässlich der tödlichen Attacken auf ein Baby und zwei Erwachsene noch einmal hingewiesen, wie wichtig die Arbeit der Ordnungsämter mit Blick auf das Landeshundegesetz ist. So müssten zum Beispiel die Mitarbeiter des Ordnungsamtes intensiv kontrollieren, ob Hunde auch korrekt angemeldet sind, zum Beispiel mit Blick auf die gemeldete Rasse und deren Gefährlichkeit.

„Wir können auch eine Einschläferung anordnen, wenn wir ein Tier als sehr gefährlich einschätzen und es häufiger zu Problemen beispielsweise auch mit anderen Hunden oder zu Angriffen auf Menschen kommt“, erklärt Reutter weiter. Bei den acht genannten Beißvorfällen handele es sich um Fälle, die dem Amt gemeldet und dann untersucht wurden. Nicht immer sei dabei ein Mensch verletzt worden. Es habe zum Beispiel Fälle gegeben, in denen ein Hund nur geschnappt habe, und es gab Fälle von Gerangel unter Hunden.

Mit den 120 Beschwerden hat es in Nörvenich genauso viele Beschwerden wie in der Stadt Düren gegeben, in der 5495 Hunde angemeldet sind. 17 Beißvorfälle wurden der Stadt 2017 gemeldet, in diesem Jahr bislang sechs. Jedoch gab es laut Stadtverwaltung keine Schwerverletzten. Eine Sachbearbeiterin ist in Vollzeit angestellt, um die Angelegenheiten nach dem Landeshundegesetz zu bearbeiten, der Außendienst ist zusätzlich für die Überprüfung zuständig.

Meisten Beißvorfälle in Nörvenich

Von den ländlichen Kommunen im Kreis Düren ist Nörvenich diejenige, in der es die meisten gemeldeten Beißvorfälle und Beschwerden gegeben hat. Dabei ist die Zahl der in anderen Kommunen lebenden Hunde durchaus vergleichbar: 1048 Hunde sind in Nörvenich Stand Mitte Juli registriert. Weitere Zahlen: in Vettweiß 1098, in Nideggen 1111, in Niederzier 1440, in Langerwehe 1494, in Kreuzau 1626. In Merzenich sind es 869, in Heimbach 501.

In Kreuzau — als ein anderes Beispiel — wurden im vergangenen Jahr fünf Beißvorfälle gemeldet, schwerere Verletzungen bei Menschen gab es nicht. In Inden, Langerwehe und Heimbach gab es zwei Meldungen, in Hürtgenwald vier, in Vettweiß drei. Drei Angriffe wurden auch in Nideggen gemeldet, wobei zwei Menschen verletzt wurden. In Merzenich ist der Verwaltung ein Beißvorfall bekannt, in Niederzier keiner.

Die Erfassung von Hunden bestimmter Größen in der Landeshundedatenbank, die steuerrechtliche Erfassung, die Ermittlungen nach Beschwerden und Beißattacken, Überprüfungen — das alles ist für die Kommunen durchaus personal- und zeitintensiv. Außerdem mussten in Nörvenich im vergangenen Jahr drei Gerichtsverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Aachen geführt werden, in denen es um den vom Ordnungsamt angeordneten Maulkorb und Leinenzwang ging. Auch in anderen Kommunen gab es Verfahren dieser Art, in der Stadt Düren zum Beispiel acht.

„In Anbetracht der abzuwehrenden Gefahren ist dieser Einsatz jedoch alternativlos“, heißt es aus dem Nörvenicher Rathaus.

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