Erkelenz: Operette fehlt in Erkelenz der Schuss Würze

Erkelenz : Operette fehlt in Erkelenz der Schuss Würze

Es war eine schöne Einstimmung auf die närrische fünfte Jahreszeit: Von der Zeit her hätte die Aufführung von Emmerich Kálmáns Operette „Die Czárdásfürstin” in der Erkelenzer Stadthalle, durch das Ensemble des Operetten-Tournee-Theaters Hannover nicht passender sein können.

Die Operette, der 1915 in Wien uraufgeführten Liebesreigen erinnerte aber nicht nur an Karneval, sondern hatte auch was von dem typischen Flair allseits bekannter Filme, etwa mit Peter Alexander. Gespickt war die Aufführung mit zeitlosen Stücken wie „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht” oder dem beschwingten Walzer „Machen wir´s den Schwalben nach”, die beim Publikum ebenso gut ankamen wie die abzusehenden Turbulenzen, die am Ende doch noch die richtigen Paare zusammenführten.

Schade nur, dass bei der Umsetzung durch die Akteure der Schwung, der nötige Schuss Würze fehlte, um den Liebesreigen mit all seinen Irrungen und Wirrungen lebendig zu machen. Und auch der Gesang war nicht bei allen Darstellern des Ensembles wirklich außergewöhnlich, so auch bei Judith Bellai, die die Sylva mimte und die leider des öfteren vom Orchester übertönt wurde oder gar schlichtweg schwer zu verstehen war.

Bedauerlich war auch, dass auf der Bühne zwischen ihr und Edwin (Anton Kuhn) die Chemie nicht wirklich zu stimmen schien, von Leidenschaft war da jedenfalls nicht viel zu spüren.