Hückelhoven: Ohne Weiber geht die Chose nicht

Hückelhoven : Ohne Weiber geht die Chose nicht

„Davon geht die Welt nicht unter” oder „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht” - diese Texte und die dazu gehörenden Melodien kennen die Jüngeren wohl nur noch aus dem Plattenschrank ihrer Groß- und Urgroßeltern.

Im voll besetzten Foyer des Gymnasiums waren sie von den „Madämchen” zu hören, dem bekannten Damen-Salonorchester aus Köln, das sich den unverwüstlichen Evergreens der U-Musik verschrieben hat und unter der temperamentvollen Leitung seiner Gründerin Dorota Lesch das Publikum begeisterte. Zu dieser Veranstaltung hatte im Rahmen des Stadtmusikfestes „con brio” eingeladen.

Der Andrang war so groß, dass zu den restlos ausverkauften Kaffee-und-Kuchen-Karten zusätzlich Stühle aufgestellt werden mussten. Schon zum zweiten Mal waren die Madämchen zu Gast in Hückelhoven; und die „Freunde der Kammermusik” hatten wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur im Bereich der sogenannten ernsten Musik ein glückliches Händchen haben.

Die acht Musikerinnen vermittelten nicht nur einen homogenen Orchesterklang, sie waren auch als Solistinnen brillant mit Klavier und Geige(n); Schlagzeug und Saxophon; Klarinette, Schlagzeug und Tuba.

Von der Chefin meist selbst flott und stilsicher arrangiert, wobei der Rhythmus eine wichtige Rolle spielte, erklangen die alten Schlager, Film- und Operettenmusiken je nach dem, was am besten zu einer musikalischen Aussage passte. Und das eh schon muntere und unterhaltsame Konzert lockerte Dorota Lesch noch zusätzlich auf mit lustigen Anekdoten um den einen oder anderen Komponisten.

Manche, vielleicht sogar viele aus dem überwiegend älteren Publikum mögen sich beim Hören des „Tiger Rag”, von „Petite Fleur”, Jacques Offenbachs „Can Can” oder Zigeuner- und Csárdás-Klängen sicher gedacht haben: Das war damals doch eine andere (und natürlich) bessere Musik als heute.

Nach den unter großem Beifall überreichten Blumen für die acht Madämchen kam mit den Zugaben, einem Charleston und Paul Linckes „Bis früh um fünfe, süße Maus”, noch einmal richtig Stimmung auf. Und der eine oder andere mag an die längst vergangene Zeit zurückgedacht haben, als er solch ein Satz selbst ausgesprochen hatte.