Kreis Düren: ÖPNV: Höhere Preise, aber keine besseren Leistungen

Kreis Düren : ÖPNV: Höhere Preise, aber keine besseren Leistungen

Die Sprecher des Fahrgastbeirates Kreis Düren, Holger Filipowicz und Anton Bongarth, nehmen zur Tarifanpassung in der Region und kostenfreiem Parken Stellung.

„Mit einer gewissen Regelmäßigkeit nehmen wir die Tarifanpassung in Verkehrsverbünden in der Region zur Kenntnis. Im Bereich des AVV wurden zum Beispiel Preise für Einzelfahrscheine (Gelegenheitsnutzer) nicht erhöht, die Preise für den treuen Zeitkartenkäufer schon. Begründet werden diese Anpassungen mit Kosten für Treibstoffe und Innovationen. Treibstoffkosten für das Dieselfahrzeug sind in den vergangenen Jahren eher gesunken als gestiegen. Treibstoffkosten für den Elektrozug sind auf Grund einer verfehlten Bundespolitik mit hohen Stromsteuern belegt. Innovationen können wir seit Jahren für den Dürener Bereich nicht feststellen. Mehrfach angekündigte Abfahrtsanzeigen an Bus— und Bahnhaltestellen sind noch immer nicht vorhanden. Notruf- und Informationssäulen am Dürener Bahnhof wurden abgebaut. Abfahrtsdaten von Dürener Kreisbahn und Rurtalbahn sind online nicht abrufbar.

Im Zuge der Fahrpreisanpassung dürfen wir als Nutzer und Fahrgäste einen höheren Preis bezahlen, bessere Leistungen im Bezug auf Information und Sitzplatzanzahl (insbesondere zu Spitzenzeiten in den Bahnen nach Köln und Aachen) jedoch von keinem im Kreis Düren tätigen Verkehrsunternehmen erwarten.

Nun muss man wissen, dass die Preise der Verkehrsverbünde im politischen Raum beschlossen werden. Politische Vertreter scheinen bemüht, einen guten Nahverkehr anbieten zu wollen, sind jedoch nicht bereit dafür zu zahlen.

Immerhin werden fast 60 Prozent der Kosten im Öffentlichen Personennahverkehr, ÖPNV, durch Fahrscheinverkäufe eingenommen. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Gleichbehandlung der Verkehrsträger hat bisher noch niemand berechnet, zu welchem Prozentsatz sich der motorisierte Individualverkehr (MIV) in Stadt und Kreis an den Kosten für seine Verkehrsinfrastruktur beteiligt. Von einer regelmäßigen Anhebung der Parkgebühren auf kommunalem Grund und Boden konnte man bisher leider auch nichts vernehmen.

Im Gegenteil, für den MIV fordert man kostenfreies Parken an Samstagnachmittagen. Vor dem Hintergrund der Förderung des ÖPNV in der Region müsste es in Bus und Bahn heißen „Kostenfrei in die Innenstadt am Samstag!“ Auch so — wer die Fahrgeldausfälle bezahlt? Der Bürger; subventionierte und kostenfreie Parkflächen zahlt er ja heute schon.“