Kreis Heinsberg: Oellers: Sieg im Kreis Heinsberg „mit gemischten Gefühlen“

Kreis Heinsberg : Oellers: Sieg im Kreis Heinsberg „mit gemischten Gefühlen“

Erwartungsgemäß hat die CDU mit ihrem Abgeordneten Wilfried Oellers bei der Bundestagswahl am Sonntag die Mehrheit im Kreis Heinsberg verteidigt. Doch der Christdemokrat, der auf 45,61 Prozent der Erststimmen kam, sprach am Abend im Heinsberger Kreishaus von einem Sieg „mit gemischten Gefühlen“.

„Ich bin froh, dass ich den Wahlkreis wieder gewonnen habe“, sagte Oellers. Und er sei auch froh über die Tatsache, dass die Union wieder den Regierungsauftrag erhalten habe und dass nicht ohne sie regiert werden könne. Aber Oellers und seine Partei mussten deutliche Verluste hinnehmen: um fast acht Prozentpunkte bei den Erststimmen und fast zehn Prozentpunkte bei den Zweitstimmen.

Die Union rutschte damit im Kreis Heinsberg sogar unter die 40-Prozent-Marke. „Die politische Stimmungslage im Bund findet sich in diesem Ergebnis vor Ort wieder“, stellte Oellers fest. Dass es bei dieser Wahl für die Union so extrem runtergegangen sei, sei „ernüchternd“, räumte er bei aller Freude über den Wahlsieg „einen Schuss Enttäuschung“ ein.

Sozialdemokrat Norbert Spinrath war einerseits „sehr enttäuscht“ vom Ergebnis der SPD auf Bundesebene und fand die Ankündigung von der Parteiführung in Berlin, jetzt in die Opposition gehen zu wollen, richtig. Dort könne die SPD zeigen, dass sie die richtigen Inhalte und eine gute Programmatik habe, ohne Rücksichtnahme und ohne Kompromisse, wie dies in der Großen Koalition notwendig gewesen sei.

Bei aller Enttäuschung über das Bundesergebnis der SPD war Spinrath mit dem Abschneiden im Kreis Heinsberg „zufrieden“: Trotz der Verluste auf Bundesebene habe er persönlich mit 27,95 Prozent der Erststimmen und seine Partei mit 25,85 Prozent der Zweitstimmen fast das Ergebnis von 2013 wiederholen können.

„Das überrascht mich positiv“, so Spinrath, der in den stabilen Prozentwerten auch eine Bestätigung seiner Arbeit sah. Der SPD-Politiker musste sich aber auf eine Zitterpartie und eine lange Nacht einstellen. Denn die für ihn selbst und seine eigene Zukunft so wichtige Frage, ob sein Platz 23 auf der Landesliste der NRW-SPD erneut zum Einzug in das Berliner Parlament reichen würde, blieb am Abend erst einmal offen.

In den frühen Morgenstunden stellte sich schließlich heraus, dass Norbert Spinrath nicht wieder in den Bundestag einziehen würde. Die NRW-Landesliste der Sozialdemokraten zog nur bis Platz 17.

FDP-Kandidat Dr. Klaus Jürgen Wagner zeigte sich am Sonntagabend zufrieden: Die FDP hatte mit 11,44 Prozent der Zweitstimmen die dritte Position im Kreis Heinsberg erreicht. Die AfD hatte die anvisierte Zehn vor dem Komma mit rund 8,5 Prozent der Stimmen verpasst. Da fiel es für den Freien Demokraten Wagner nicht so sehr ins Gewicht, dass er selbst nur 6,64 Prozent der Erststimmen erreicht hatte.

Was die mögliche Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen angeht, meinte Wagner, die Parteien müssten sich „zusammensetzen und zusammenraufen“. Da war der Grüne Kandidat Christoph Stolzenberger, der für sich und seine Partei rund fünf Prozent verbuchen konnte, wesentlich skeptischer, was den Erfolg von solchen denkbaren Koalitionsverhandlungen in Berlin angeht: „Wie soll das gehen?“ So fragte er mit Blick auf die CSU und Horst Seehofer.

Was die Wahlbeteiligung angeht, gab es wie im Bund so auch im Kreis Heinsberg ein deutliches Plus: Sie stieg von 71,5 auf fast 75 Prozent an.

(disch)