Oberbruch: Oberbrucher Schützen feiern ihren 100. Geburtstag

Oberbruch : Oberbrucher Schützen feiern ihren 100. Geburtstag

Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft 1902 Oberbruch feiert am Wochenende, 23. bis 26. August, ihr 100-jähriges Bestehen.

Ein Blick in die Protokolle der benachbarten St.-Lambertus-Schützen Grebben-Hülhoven-Eschweiler zeigt, dass die Oberbrucher Schützentradition ebendort ihre ältesten Wurzeln hat. Die Heinsberger Zeitung erinnert in einem Rückblick, der auf der aktuellen Jubiläums-Chronik basiert, an die Geschichte der Oberbrucher St.-Hubertus-Bruderschaft.

Die Vorfahren der heutigen Oberbrucher Schützen suchten zunächst bei der St.-Lambertus-Schützenbruderschaft Grebben-Hülhoven-Eschweiler ihr Zuhause und waren in deren Vorstand mit einem Mitglied vertreten. 1880/81 stellten die Oberbrucher den ersten Schützenkönig aus ihren Reihen: Lambert Ecker.

Die Mitgliederstatistik der Jahre 1873 bis 1880 und 1882 belegt, dass damals einige Oberbrucher den St.-Lambertus-Schützen Grebben-Hülhoven-Eschweiler angehörten: 1873 kamen von insgesamt 44 Mitgliedern zwei aus Oberbruch; 1880 bildeten die Oberbrucher mit 29 von 83 Schützen sogar die stärkste Einzelgruppe der vier in der Bruderschaft vertretenen Ortschaften; 1882 stellten die Oberbrucher neun von 51 Mitgliedern.

Gründung der Bruderschaft

Den Aufzeichnungen der St.-Lambertus-Schützenbruderschaft ist zu entnehmen, dass mit dem Jahr 1902 die Oberbrucher Mitglieder austraten, sich zusammenschlossen und am 18. August 1902 die Schützenbruderschaft St. Hubertus Oberbruch gründeten. Die Chronik, die 1952 zum Goldjubiläum herausgegeben wurde, berichtet: „Eine bald darauf einberufene Versammlung billigte die neuen Ziele und wählte einen Vorstand.

Vorsitzender wurde Hubert Händelkens, nach dessen Vornamen man auch die Gesellschaft benannte. Ferner gehörten dem Hauptvorstand an: Hermanns Wilhelm, genannt Nesse Will, und Schmitz Franz, genannt Mösche Franz. Hubert Händelkens blieb Vorsitzender bis zum Jahre 1927 und wurde dann Ehrenvorsitzender. Diese drei Genannten blieben auf ihren Posten, bis der Tod sie der Gesellschaft entriss.”

In derselben Chronik wird mitgeteilt, dass die „Brutstätte” der Bruderschaft der Theaterverein gewesen sei. So ist anzunehmen, dass die 1902 aus der St.-Lambertus-bruderschaft ausgetretenen Oberbrucher zugleich dem Theaterverein in Oberbruch angehört haben.

Der Werdegang ab 1952

1952 durfte die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft das Bezirksschützenfest ausrichten. Die Bruderschaft zählte 113 Mitglieder, darunter neun Ehren- bzw. Gründungsmitglieder: Josef Küsters, Wilhelm Küsters, Abel Nießen, Peter Esser, Mathias Winkens, Johann Schückens, Josef Kehren, Jakob Wilms und Heinrich Deußen. Ferner verzeichnete sie eine Ehrenkönigin: Petronella Dick. Sie war 1904 die erste Königin der Bruderschaft mit König Franz Kehren.

Die Bruderschaft hatte allerdings eine hohe Altersstruktur, denn 1958 zählte sie bereits 17 Ehrenmitglieder (50 Jahre Zugehörigkeit zur Bruderschaft). Auf der Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1963 trat Wilhelm Tanz als Präsident zurück. Auf Vorschlag von Schriftführer Peter Küppers wurde er zum Ehrenpräsidenten gewählt. Wilhelm Tanz war 15 Jahre Präsident. Sein Nachfolger wurde Hubert Wallrafen, heute Ehrenpräsident.

Für das Jahr 1969 hatte die Bruderschaft die Ausrichtung des Bezirksschützenfestes übertragen bekommen. Leider war am Festtag nicht das schönste Wetter, und so fiel das Schützenfest regelrecht „ins Wasser”; dennoch nahmen 19 Bruderschaften am Aufzug teil.

Das Interesse am Bruderschaftsleben ließ zu dieser Zeit stetig nach. Eine Mitgliederstatistik gibt den Trend wieder.

1952: 113 Mitglieder, davon neun Ehrenmitglieder

1962: 84 Mitglieder, darunter drei Gründungsmitglieder (60 Jahre/ Josef Küsters, Jakob Wilms, Heinrich Deussen)

1971: 47 Mitglieder

1977: 43 Mitglieder

Das Bruderschaftsleben ruht

1974 übernahm Hans Jakob Schmitz das Amt des Präsidenten. Michael Zoons und dessen Frau Gertrud führten die Bruderschaft in diesem Jahr als Kaiserpaar. Obwohl man annehmen konnte, dass dieses „Kaiserfest” dem Bruderschaftsleben einen Schub geben würde, kam es ganz anders. Das Bruderschaftsleben ruhte, so dass von 1977 bis 1981 zur Kirmes weder ein Vogelschuss noch ein Aufzug stattfand.