Heinsberg-Oberbruch: Oberbrucher Schüler distanzieren sich von rechtsradikalen Schmierereien

Heinsberg-Oberbruch : Oberbrucher Schüler distanzieren sich von rechtsradikalen Schmierereien

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatten Unbekannte mehrere Wände im Schulhof der Hauptschule in Oberbruch beschmiert: rechtsradikale Symbole, ein Aufruf zu einer Demo, ein Hinweis auf eine Website und das Kürzel der Kameradschaft Aachener Land (KAL).

Die Sonderkommission „Remok” (Rechts motivierte Kriminalität) ermittelt bereits mit Hochdruck, wie die Aachener Polizeisprecherin Sandra Schmitz bestätigte. Schulleiter Michael Schmitt geht davon aus, dass der oder die Täter nach 22 Uhr über den Zaun oder das Tor geklettert sind. Vorher wird die Turnhalle noch von Vereinen genutzt, und alles ist erleuchtet.

Die Schüler waren mehr als verärgert, als sie die Verunstaltungen sahen, beschwerten sich bei ihren Lehrern. Sofort waren sie sich einig: Das war ganz sicher niemand von uns und wir wollen auch nicht, dass das mit unserer Schule in Verbindung gebracht wird.

Am Montag traf sich die Schülervertretung, nicht nur, um ihrer Empörung Luft zu machen, sondern auch, um darüber zu diskutieren, welches Zeichen sie gegen die Verunstaltung setzen kann. Eine der Botschaften, welche die Schüler haben, formuliert Kian so: „Die Hauptschule wehrt sich. Wir sind aufgeklärt. Auf diese dämlichen Tricks fallen wir nicht rein.” Und Sinem: „Wir sind stark und halten zusammen. Wir dulden diese Schmierereien nicht.” Was viele besonders auf die Palme gebracht hat, sind die Kosten, die der Stadt Heinsberg jetzt entstehen, um die Wände zu reinigen.

„Wir brauchen neue Toiletten und neue Spielgeräte”, sagte die Schülersprecherin Sinem. Da wäre das Geld viel sinnvoller angelegt. Die Frage, warum ausgerechnet die Hauptschule attackiert wurde, ist leicht beantwortet: Der Schulhof ist - im Gegensatz zur Realschule ein paar Meter weiter - von der Straßenseite aus nicht einzusehen. Der oder die Täter mussten also keine Angst haben, entdeckt zu werden.

Nächste Woche wird es einen Projekttag geben, an dem die Schüler unter anderem Plakate basteln, die sie in die Fenster hängen wollen. Außerdem sind Maßnahmen im Gespräch, die Schmierattacken künftig verhindern könnten.

Wer Hinweise zu den Verursachern hat, wende sich an Remok unter Tel. 0241/957736001 oder an jede Polizeidienststelle.