Nüchterne Zeichen statt Bilder auf dem Brief

Nüchterne Zeichen statt Bilder auf dem Brief

Kreis Heinsberg. Digital ist in: digitale Musik, digitale Fotographie, digitales Radio, künftig digitales Fernsehen und - das ist neu - digitale Briefmarken.

Die Center-Filialen der Deutschen Post im Kreis Heinsberg (in Heinsberg, Erkelenz, Geilenkirchen, Übach-Palenberg und Wegberg) halten seit kurzem diese neue Art von Postwertzeichen bereit.

„In erster Linie sind diese neuen Briefmarken für die Kunden gedacht, die nur einen einzigen Brief frankieren möchten”, sagte Post-Pressesprecher Dieter Pietruck bei der Vorstellung der Digitalmarke am Mittwoch in Heinsberg.

In der Praxis läuft das Frankieren für die Kunden wie folgt ab: In der Postfiliale legen sie dem Schalterpersonal den Brief vor. Das Personal gibt im Computer den Portowert des Briefes ein und druckt die digitale Briefmarke auf einem Etikett aus. Dieses so genannte „Label” klebt das Postpersonal auf den Brief.

Nachhause mitnehmen kann der Postkunde die digitale Briefmarke nicht. „Diese Marken sind nur für die Kunden gedacht, die spontan einen Brief aufgeben möchten und keine Briefmarken auf Vorrat kaufen”, so Dieter Pietruck.

Das Aus für herkömmliche Briefmarken, deren Ursprünge in Deutschland auf den bayerischen „Schwarzen Einser” aus dem Jahre 1849 zurückgehen, bedeutet die digitale Variante nicht: Weiterhin werden „traditionelle” Briefmarken erhältlich sein.

Briefmarkensammler können also beruhigt sein, dass sie auch künftig ihrem Hobby nachgehen können. „Bei der Einführung der digitalen Briefmarke Anfang Januar haben sich Philatelisten regelrecht auf die moderne Briefmarkenvariante gestürzt”, berichtete Dieter Pietruck.

Was der Kunde von der digitalen Briefmarke hat? „Das Schalterpersonal ist durch den Einzelverkauf von Briefmarken entlastet”, erklärte der Pressesprecher. Somit könnten sich die Post-Beschäftigten intensiver um die Kundenberatung kümmern. Vor allem in Sachen Geldanlagen und Versicherungen bestehe ein hoher Beratungsbedarf.