Kreis Heinsberg: Notfallpraxen: FDP für Information und Dialog

Kreis Heinsberg : Notfallpraxen: FDP für Information und Dialog

Die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) zur Reform des Notdienstes stelle die bisherigen drei Notfallpraxen im Kreisgebiet — in Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg — „unnötig infrage“, erklärte die FDP-Kreistagsfraktion. Dies stoße zu Recht bei Patienten, Ärzten und Politik auf Widerstand.

Anders als die SPD-Fraktion, die in dieser Angelegenheit eine Resolution des Kreistages an Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und Ärztekammer Nordrhein gefordert und sich dabei für den Fortbestand aller drei Notfallpraxen ausgesprochen hat, setzt die FDP auf eine Lösung mit Information und Dialog.

Die Zielsetzung der KVNO, vor allem die Ärzte, besonders die Mediziner in ländlichen Regionen, zu entlasten, werde mit ihren Plänen eher umgekehrt, so die Liberalen. „Ganz zu schweigen von einer stärkeren Belastung unserer Notdienste in den Krankenhäusern sowie unseres Rettungsdienstes.“

Der Lösungsansatz, der Kreis Heinsberg solle mit Stadt und Städteregion Aachen und dem Kreis Düren einen Fahrdienstbezirk bilden, sei mit Blick auf seine Größe unzureichend. „Auch die Kosten sprechen gegen eine Reduzierung der Notfallpraxen, denn bisher werden die Notfallpraxen zum Beispiel in Erkelenz und Heinsberg ohne eine Umlagefinanzierung betrieben. Die Kosten werden in der Notfallpraxis erwirtschaftet“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Stefan Lenzen und sein Stellvertreter Dr. Klaus Wagner.

Vor diesem Hintergrund halten die Freien Demokraten die von der SPD angedachte Resolution für das falsche Mittel, auch wenn ihre Intention, die Notfallpraxen zu erhalten, nicht falsch sei, so Lenzen.

Die FDP-Fraktion hat einen vier Punkte umfassenden Forderungskatalog in ihrem Antrag formuliert, der in der nächsten Kreistagssitzugn am 12. März beraten werden soll:

1. Die Kreisverwaltung soll beauftragt werden, Informationen zur Auslastung der Notfallpraxen, der durchschnittlichen Wartezeiten in Normal- und Spitzenzeiten, der erforderlichen Anfahrtsentfernungen bei einer Konzentration auf ein oder zwei Standorte und der Wirtschaftlichkeit einzuholen und dem Kreistag zu berichten.

2. Der Landrat, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, der Geschäftsführer des Rettungsdienstes, Vertreter der Notfallpraxen, Krankenhäuser sowie der Vereinigungen und Verbände (gedacht wird in erster Linie an Kassenärztlichen Vereinigung und Ärztekammer) sollen sich an einen Tisch setzen mit dem Ziel, die Notfallversorgung im Kreis zu sichern.

3. Der Landrat soll dem Kreistag über die Ergebnisse der Runde berichten.

4. Die Notfallversorgung im Kreis Heinsberg soll Thema der nächsten Gesundheitskonferenz werden.

(disch)