Schaufenberg: Noch herrschen die Handwerker in der Grundschule

Schaufenberg : Noch herrschen die Handwerker in der Grundschule

Von Außen betrachtet ist sie noch immer ganz die Alte. Rote Backsteine türmen sich nach wie vor zu einem zweigeschossigen Gebäude auf. Doch dieser oberflächliche Eindruck täuscht gewaltig.

Ihre wahren Werte offenbart die Friedrich-Honigmann-Grundschule erst dann, wenn man einen Blick ins Innere riskiert. Für die Erkelenzer Volkszeitung hat dies Mitarbeiter Stephan Vallata getan.

Zu dieser Erkenntnis werden in der kommenden Woche auch die 230 Schüler des frisch sanierten Baus kommen - am Montag beginnt für sie wieder der „Ernst des Lebens”.

Wo vor den Sommerferien noch neun Klassenräume zu finden waren, da verteilen sich nunmehr elf vom Erdgeschoss bis zur zweiten Etage. Alle sind zwischen 50 und 60 Quadratmetern groß.

Möglich gemacht wurde die wunderbare Raumvermehrung durch den Ausbau des Dachgeschosses und eine vorteilhaftere Aufteilung der verfügbaren Fläche. Mit ungefähr einer Million Euro schlug die Sanierung zu Buche.

„Wir sind alle voll zufrieden”, zieht Rektor Hans-Ludwig Reiners eine durchweg positive Bilanz. In Kauf nehmen müssen Lehrer und Schüler jedoch, dass auch nach Schulbeginn noch die ein oder andere Bohrmaschine und Schleifhexe die Stille der „Denkfabrik” durchbricht.

„Bei einer so umfangreichen Baumaßnahme ist das nicht anders machbar”, zeigt der Schulleiter Verständnis. Eine genaue Kalkulation der Bauzeit sei eben nicht hundertprozentig möglich gewesen.

Drei Klassen des vierten Schuljahres bleibt es in den ersten beiden Wochen verwehrt, ihre umgestaltete „Penne” erneut in Besitz zu nehmen - in einigen Räumen wird nämlich noch heftig gewerkelt. Die Lösung des Problems: Jeden Morgen fahren die Lehrer mit ihren Zöglingen per Bus nach Ratheim und machen kurzerhand in der dortigen Grundschule Unterricht.

Viele der Neuerungen sind für den Betrachter nahezu unsichtbar. Zum Beispiel ist kaum zu erkennen, dass die Fensteranlagen im Treppenhaus mit Elektromotoren ausgestattet sind und sich im Brandfall automatisch schließen - zur Unterbindung der Sauerstoffzufuhr, versteht sich.

Auch die extrem massiven Türen sind aus Brandschutzgründen mit einem Stahlkern versehen. Selbst die Beleuchtung hat ein seltsames Innenleben. Anhand von Sensoren regeln die Lampen je nach Tageszeit die Lichtintensität vollkommen selbstständig.

Was auf der anderen Seite sofort ins Auge sticht: Hell und freundlich sind die Klassenräume, durch viele Fensterflächen kann vor allem im Dachgeschoss Tageslicht ungehindert ins Innere fallen.

Ins Erdgeschoss hingegen verlegt haben die städtischen Planer den Bürobereich. Das Sekretariat mit seiner großen Glasfassade hat nun direkt hinter dem Eingangsbereich seinen Platz gefunden - Transparenz scheint das oberste Gebot zu sein. Zum Kochen geht es nun in den Keller, wo neuerdings die Küche liegt.

Zusätzlich zu den Schülertoiletten im Außenbereich installierten die Handwerker jetzt auch innerhalb der Schule einige der „stillen Örtchen”. Auf die doppelte Größe angewachsen ist der Computerraum der Grundschule.

Die einzige Veränderung an der Fassade besteht aus einer Fluchttreppe, die in nächster Zeit angebracht wird. Ein Glasvorbau soll zukünftig den Eingangsbereich verschönern. Nicht zuletzt die Turnhalle fand bei der Sanierung großzügige Berücksichtigung. Sie erhält eine neue Heizungsanlage sowie einen neuen Boden.

„An der Planungsphase sind wir von Grund auf beteiligt gewesen”, lobt Konrektor Heinz Leo Borghans die Kooperationsbereitschaft der Stadt. Regelmäßig unternimmt er Rundgänge mit Schulleiter Reiners, um sich vom Fortschreiten der Arbeiten zu überzeugen.

Eines steht fest: Spätestens am Montag müssen die Pausenmilch gekühlt, die Tafeln geputzt und die Bleistifte gespitzt sein.