Kreis Heinsberg: NKF von Landrat Pusch um ein Jahr verschoben

Kreis Heinsberg : NKF von Landrat Pusch um ein Jahr verschoben

Landrat Stephan Pusch hat die geplante Einführung des „Neuen Kommunalen Finanzmanagements” (NKF) in der Kreisverwaltung um ein Jahr verschoben. Wie Kämmerer Ludwig Schöpgens jetzt im Finanzausschuss mitteilte, soll das NKF erst ab Januar 2009 angewendet werden, weil es bis dahin eine größere Rechtssicherheit gibt.

Aus den Erfahrungen anderer Kommunen könne man schließen, dass die NKF-Haushaltsvorschriften „in einigen Punkten noch nicht klar genug sind”. Dies gelte besonders für die Bestimmungen zum Haushaltsausgleich für die Kreise und Umlageverbände.

Es sei davon auszugehen, dass die bestehenden Zweifelsfragen innerhalb des nächsten Jahres vom NRW-Innenministerium geprüft werden, um das Gesetz gegebenenfalls anzupassen oder die Auslegung der Vorschriften eindeutiger zu fassen.

Ein weiterer Grund sind Verzögerung bei der Etablierung der notwendigen neuen Finanz-Software. Die Verwaltung sei im vergangenen Jahr damit „überrascht worden”, dass die bisherige nicht mehr eingesetzt werden könne und habe durch die Übernahme der bisher eingesetzten Finanzsoftware schon viel Zeit verloren.

Schöpgens berichtete weiter, dass inzwischen Alternativangebote getestet worden und der entstandene Zeitspielraum dazu genutzt werden soll, die Mitarbeiter intensiv für die zukünftige Software zu schulen. Als weiteren Grund für die vom Landrat veranlasste Verschiebung nannte Schöpgens die Befürchtung einiger Städte und Gemeinden, dass es durch das NKF zu einer Mehrbelastung der Kreisumlage kommen könne.

Auch wenn es derzeit dazu keine verbindlichen Zahlen gibt, könne man dies nicht ganz ausschließen. Landrat und Kämmerer haben die Argumente für die Verschiebung im Rahmen einer Fraktionsrunde besprochen, bei der alle Kreistagsfraktionen zustimmend Kenntnis genommen haben.