Erkelenz: Nicht nur elektronische Festival-Klänge bei Electrisize

Erkelenz : Nicht nur elektronische Festival-Klänge bei Electrisize

Was als Party für Freunde seinen Anfang nahm, hat im vorigen Jahr rund 15.000 Besucher nach Hohenbusch gelockt. Dort ist das Festival Electrisize seit sechs Jahren im August zu Hause. Immer am zweiten Augustwochenende wird der an sich beschauliche und geschichtsträchtige Ort vor den Toren von Erkelenz zur Pilgerstätte der Techno- und Electronic-Fans. Am 10. und 11. August ist es wieder soweit.

Die drei Electrisize-Macher Raphael Meyersieck, Dominik Mercks und Michael Frentzen versprechen eine Erweiterung des musikalischen Programms. Denn erstmals wird es auch eine Bühne für Künstler aus dem Bereich Urban, Hip-Hop und Deutschrap geben.

„Sie wird, wie die anderen Bühnen, auch eine Themenwelt darstellen, in die der Besucher eintauchen kann“, erläutert Meyersieck bei der Programmvorstellung auf Hohenbusch. Denn das gehört zum Konzept: Zum musikalischen Programm bekommt man noch eine Geschichte erzählt, die durchgezogen wird und in die man als Besucher einsteigen kann. „Die Leute sollen ihre Zeit mit allen Sinnen genießen können“, beschreibt sein Kollege Frentzen das Konzept. So ist mit „Tapuya“ die Dschungelwelt der südamerikanischen Ureinwohner ebenso zu erkunden wie die kalte Dystopie einer aus den Fugen geratenen Schwermetallindustrie, die einen bei „Hardsize“ erwartet.

Die „Tapuya“-Dschungelwelt und ihre komplexe Geschichte waren im vorigen Jahr Teil einer Masterarbeit an der Aachener Universität, verrät Meyersieck.

Die Hauptbühne wird mit ihren rund 18 Metern Höhe wieder das Herrenhaus vom Festivalgelände aus gesehen völlig verdecken. Da das Festival innerhalb der Mauern Hohenbuschs nicht mehr räumlich wachsen kann, haben die Macher auf ein neues Raumkonzept gesetzt.

VIP-Bereich vergrößert

„Electrisize ist das Festival der kurzen Wege, auf denen es aber genug zu sehen und zu erleben gibt“, beschreibt Dominik Mercks die Planung. So wurde die Food-Meile vor die Mauern Hohenbuschs verlegt, um im Innenbereich vor der Hauptbühne, die „High Voltage Arena“ heißt, mehr Platz zu schaffen. Dort wird sich auch wieder der beliebte VIP-Bereich befinden, der aufgrund der Nachfrage gegenüber dem Vorjahr sogar erweitert werden musste. Schon jetzt seien rund 600 Karten für die Empore mit eingeschränktem Zutritt verkauft worden, betont Mercks.

Musikalisch setzen die drei Jungunternehmer auf Namen wie Dannic, die Chartstürmer namens Gestört Aber Geil, Timbo, Pappenheimer, Format:B oder Brennan Heart. Auch hier ist also Vielfalt angesagt. Und die wird in diesem Jahr erstmals um den Bereich Urban und Hip-Hop erweitert.

„Das wird vom Publikum auch erwartet“, weiß Meyersieck. Die Zielgruppe entwickelt sich musikalisch weiter, also werde das Festival das auch tun. Hier werden Künstler wie Drunken Masters, der Live-Rapper Ali As oder die als Moderatorin von 1Live bekannte Larissa Rieß erwartet.

Der Campingbereich, der ab Donnerstag, 9. August, genutzt werden kann, verschiebt sich „im Takt der Landwirtschaft“, wie Mercks erläutert. Je nachdem, was gerade wo wächst oder schon abgeerntet ist, können die Flächen genutzt werden. Insgesamt wird in der „Electricity“ Platz für rund 2000 Besucher sein. Auch dort wird es eine Bühne geben, auf der vor und nach den Festivalbesuchen aufgelegt wird. Die Opening Party findet bereits am Donnerstag statt. Der Campingbereich wird immer wichtiger, da auch immer mehr Festivalbesucher nicht aus dem direkten Umland kommen und eine weitere Reise in Kauf nehmen, um dabei sein zu können.

Der Besucheransturm auf überschaubarem Raum muss genau geplant sein. Daher wurden Sicherheitskonzepte erstellt, Notfallpläne und ideale Wegeführungen erarbeitet. Nichts wird bei aller Freude am Feiern dem Zufall überlassen. Wenn dann am Sonntag die letzten Festivalbesucher abgereist sind und der Abbau beginnt, werden sich die drei Festivalmacher schon längst konkrete Gedanken über Electrisize 2019 gemacht haben.