Kreis Düren: Nicht heute den Leerstand von morgen schaffen

Kreis Düren : Nicht heute den Leerstand von morgen schaffen

Die SPD im Kreis Düren hat eine Wohnungsbau-Offensive gefordert. Es würden bezahlbare Wohnungen benötigt, um Familien, Alleinerziehende, Rentner, Geringverdienende, Studenten und Flüchtlinge angemessen unterbringen zu können.

Diese Aufgabe soll von einem lokalen Bündnis aller Kommunen gelöst werden, Fördermöglichkeiten sollen besser ausgeschöpft werden. Der Kreistag hat die Kreisverwaltung einstimmig beauftragt, Planungsdaten zur Wohnraumversorgung vorzulegen, Vorschläge zur interkommunalen Zusammenarbeit zu unterbreiten und zu untersuchen, ob die bestehenden Wohnungsbaugesellschaften im Kreis als Projektträger in Frage kommen. Eine erste Ausarbeitung, sozusagen eine Momentaufnahme, liegt nun der Politik vor, beraten werden soll das Papier im Kreisausschuss am 28. Juni.

Unstrittig sei, dass die hohe Zahl der Flüchtlinge, die nach Abschluss des Asylverfahrens in Deutschland bleiben können, die Notwendigkeit des Baus von Sozialwohnungen erhöhen werde, heißt es in der „keineswegs abschließenden“ Analyse. Neben der „nicht zu prognostizierenden Zahl des weiteren Zuzuges“ sei von Bedeutung, ob die Residenzpflicht für anerkannte Flüchtlinge rechtlich durchsetzbar sei. Auch der „absehbare Familiennachzug“ spiele eine Rolle.

Andererseits gebe es Studien, die prognostizieren, dass der Zustrom von Flüchtlingen die demografischen Probleme unserer Gesellschaft nur 10 bis 20 Jahre „etwas verdrängt“ und nicht löst. Es müsse daher verhindert werden, dass „gerade im sozialen Wohnungsbau nun ein Leerstand für künftige Zeiten“ produziert werde.

Unabhängig von verschiedenen derzeit in den Kommunen diskutierten Ansätzen stellt die Kreisverwaltung mehrere Handlungsoptionen vor. Die Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft des Kreises sei zwar möglich, aber mit „nicht unerheblichen Vorlaufkosten“ verbunden, da diese personell und sachlich neu aufgebaut werden müsste.

Die „Aktivierung“ der bereits vorhandenen Wohnungsbaugesellschaft für Stadt und Kreis Düren, an der der Kreis mit 0,27 Prozent beteiligt ist, seine eine weitere Option. Über die Gremien könne der Kreis versuchen, Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Auch der Versuch, Anteile am Dürener Bauverein zu erwerben, der bislang nur in der Stadt Düren tätig ist, sei eine Option. Aus zeitlichen Gründen schlägt die Verwaltung eine Kombination vor. Die kreiseigene Gesellschaft für Infrastruktur könnte in Zusammenarbeit mit den Kommunen als Projektentwicklerin tätig werden. Hinsichtlich des Baus von Sozialwohnungen könnte auch eine Zusammenarbeit mit Investoren — wie dem Dürener Bauverein — vereinbart werden. Die Kreisverwaltung empfiehlt zudem, alle weiteren Schritte von externen Beratern begleiten zu lassen.

(sj)