Kreis Düren: Neuordnung der Förderschullandschaft: Nideggen hat kritische Haltung

Kreis Düren : Neuordnung der Förderschullandschaft: Nideggen hat kritische Haltung

Die Neuordnung der Förderschullandschaft im Kreis Düren nimmt Gestalt an. Eine Schule — die Schirmerschule in Jülich — soll künftig den Nordkreis abdecken, die andere Schule — mit dem Hauptstandort Bürgewaldschule und dem zweiten Standort Athenèe Royal in Düren — den Süden des Kreises. An beiden Schulen werden die Förderschwerpunkte erweitert.

Per Dringlichkeitsentscheidung hat der Schulausschuss des Kreises beschlossen, dem zu gründenden Förderschulzweckverband beizutreten. Ziel ist, dass alle Städte und Gemeinden dem Förderverband beitreten. Viele Kommunalparlamente haben dies bereits beschlossen, Nideggen steht der Sache kritisch gegenüber, es gibt offene Fragen. Die Kreisverwaltung will diese so gut und so schnell wie möglich beantworten, hieß es aus dem Schulamt.

Die Kosten für die Beschulung der Kinder sollen zur Hälfte nach der Zahl der Schüler pro Schuljahr und zur anderen Hälfte entsprechend der Umlagegrundlagen aufgeteilt werden. Da der Kreis Düren seine Förderschulen in den Zweckverband einbringt, sinkt auf anderer Seite auch entsprechend die Umlage. Der Zweckverband sei „die beste, weil solidarische Lösung“.

Bis Mitte Juni müssen die Rückmeldungen aus den Kommunen vorliegen, damit der Zweckverband rechtzeitig zum neuen Schuljahr gegründet werden kann. „Nicht der Kreis hat dieses Zeitfenster vorgegeben, sondern die Bezirksregierung“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Er appellierte an die Politik, diese Neuordnung als „historische Chance“ zu sehen.

Hintergrund der Überlegungen sind sinkende Schülerzahlen. Prognosen zufolge wird spätestens im Schuljahr 2019/20 keine einzige der Förderschulen im Kreis Düren mehr die Mindestgröße erreicht, die für einen Fortbetrieb notwendig ist. Die Gereonschule in Boich läuft bereits aus und wird diesen Sommer geschlossen. Vorteile seien der Erhalt von wohnortnahen Angeboten, eine Reduzierung der Fahrtkosten und ein Fortbestand der Wahlmöglichkeit für Eltern, die ihr Kind nicht an einer Regelschule anmelden möchten.

„Wir hoffen, dass die Solidarität hält“, wünscht sich Landrat Wolfgang Spelthahn eine Beteiligung aller Kommunen. Kosten müssten solidarisch umgelegt werden, diese Diskussion dürfe aber nicht „auf dem Rücken der Kinder“ ausgetragen werden. Spelthahn betonte: „Jedes Kind wird beschult.“ Er fügte aber auch mit Blick Richtung Nideggen hinzu: „Wer ohne Mitgliedschaft Kinder schickt, bekommt eine Rechnung ausgestellt.“