Selfkant-Havert: Neun Stationen auf Meditationspfad sorgen für grenzenlose Besinnung

Selfkant-Havert : Neun Stationen auf Meditationspfad sorgen für grenzenlose Besinnung

Das Thema „Grenzen verbinden“ scheint ein Lebensmotto im Selfkantland zu sein: 1949 die Auftragsverwaltung durch die Niederlande, dann die Rückführung 1963; es folgte die Vereinigung der äußersten Grenzen der Bundesrepublik zum Zipfelbund — und nun werden erneut Grenzen überschritten.

Ein Meditationspfad soll symbolisch die Grenzen zwischen Himmel und Erde überwinden helfen.

 Neun Stationen: auf dem Meditationspfad sollen Ruhe und Besinnung erfahren werden.
Neun Stationen: auf dem Meditationspfad sollen Ruhe und Besinnung erfahren werden.

Vor rund drei Jahren hatte Gemeindereferentin Gabriele Thönnessen diese Idee, die dann mit Brigitte Kempny (Gemeindeassistentin) und Familie Heinz und Marget Meid ins Leben gerufen wurde. Die Ideengeber hatten Glück, dass das Projekt von der lokalen Arbeitsgruppe der auslaufenden Leaderförderung (durch Mittel der Europäischen Union zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum) anerkannt und gefördert wurde. Rund um die Pfarrkirche Havert fand nun die offizielle Eröffnung statt.

Gabriele Thönnessen begrüßte zahlreiche Gäste, ein besonderer Willkommensgruß galt Johannes Schnettler vom Bistum Aachen, Bürgermeister Herbert Corsten und den Freunden aus den benachbarten Weggemeinschaften. Thönnessen dankte allen, die beim Projekt mitgeholfen hatten und blickte dabei im wahrsten Sinnes des Wortes auf einen langen Weg zurück: die Gesamtlänge des Meditationspfades beträgt 14,2 Kilometer, weitere Teilrouten sind 11 beziehungsweise 5,5 Kilometer lang.

Johannes Schnettler überbrachte die Grußworte des Bistums. „Bischof Heinrich Mussinghoff hat erst vor Tagen ausgerufen, etwas ,Neues zu wagen‘ — sie haben hier im Selfkant gleich diese Worte aufgegriffen“, meinte Johannes Schnettler, der im Bistum für Gemeindearbeit zuständig ist. Die Menschen seien generell im täglichen Leben als „Grenzgänger“ unterwegs, um Neues zu entdecken oder zu erlernen.

Bürgermeister Herbert Corsten betonte, nun würden symbolisch weitere Grenzen überwunden. Zu den vielen markanten Punkten des Meditationspfads, auf dem die Hektik des täglichen Alltags vergessen und neue Kraft geschöpft werden soll, gehören zum einen die hohen Buchensäulen vor Havert. „Wenn man ganz in sich geht, kann man unter den Bäumen nach alter Sage eine entspringende Quelle hören“, so Corsten. Der Bürgermeister wünschte sich eine Anbindung des Meditationspfads an die benachbarten Gemeinden Waldfeucht und Gangelt.

Der Meditationspfad führt über neun Stationen und ist eine ganz besondere Reise durch das Grenzgebiet. Als Startpunkt und Impulsstation (Thema „Meine engen Grenzen“) ist die Pfarrkirche Havert vorgesehen, wobei dieses grenzenlose Pilgern von jeder Station aus begonnen werden kann.

Diese sind: „Den Horizont weiten“ an der Kastanienallee; „An die Grenzen gehen“ am Wanderparkplatz Isenbruch; „Grenzen setzen und Grenzen achten“, Schießscharten in den Niederlanden im weiteren Rundgang auf niederländischer Seite; „Alles im Fluß“ heißt es am Wegekreuz (Rodebach) gegenüber der Isenbrucher Mühle; „Zwischen Himmel und Erde“ am Wegekreuz Richtung Haus Alfens, wo einst unter einem Wagen eine Miene explodierte; „Brücken verbinden“ in wunderbarer Natur; „Zwischen Lärm und Stille“ am Stillefeld Haus Biesen sowie „Frei und verbunden“ im kleinen Buchenwald, wo Buchen eine fast 300-jährige Geschichte erzählen.

Pastor Roland Bohnen segnete diesen Meditationspfad ein, anschließend wurde das rote Band zum offiziellen Start durchschnitten. Pastor Ralf Schlösser dankte im Namen des Selfkant-Pfarrverbandes allen Helferinnen und Helfern und hatte symbolisch für Gabriele Thönnessen einen Rucksack im Gepäck.

Im Schützenheim Havert folgte ein buntes Rahmenprogramm mit viel Musik und viel Gemütlichkeit.

(agsb)