Kreis Düren: Neues Kassensystem: Keine Verbannung des Bargeldes

Kreis Düren : Neues Kassensystem: Keine Verbannung des Bargeldes

Plant die Sparkasse, die Annahme und Ausgabe von Bargeld am Schalter abzuschaffen? Diese Frage beschäftigt einen Leser, der in Rölsdorf Geld einzahlen wollte. Dort habe er die Auskunft erhalten, dass es keinen Bargeldbestand mehr gebe und Transaktionen nur noch über den Automaten erfolgen. „Soll der Kunde brav seine Gebühren zahlen und alles andere selbst online oder am Automaten machen?“, fragt er sich.

Kurt Matejit, Leiter der Direktion Geschäftsstellen, ist überzeugt, dass es sich um ein Missverständnis handelt. „Das Ein- und Auszahlen ist weiter möglich“, stellt er klar. Richtig sei, dass derzeit ein neues Kassensystem eingeführt und in drei Filialen getestet wird. Richtig sei auch, dass der Bestand an „griffbereitem Bargeld“ aus Sicherheitsgründen minimiert werde. „Auf dieses Geld haben es Bankräuber abgesehen“, erklärt er.

Doch jeder Kunde könne wie gewohnt an sein Erspartes gelangen — und auch Geld am Schalter einzahlen. Das Bargeld soll nicht aus den Filialen verschwinden. Zu den Veränderungen gehört aber auch, dass Kunden das Geld über Automaten ausgezahlt wird. „Damit ist nicht ausgeschlossen, dass es beispielsweise im Falle eines Handicaps eine individuelle Lösung gibt“, fügt Matejit hinzu.

Wie sich die Abläufe künftig verändern, erklärt Bereichsleiter Bernd Müller. Bislang wurden alle Schritte einer Transaktion am Schalter abgewickelt. Bei Einzahlungen wird dies — sofern nicht ein Automat genutzt wird — auch so bleiben. Bei Auszahlungen jedoch erhält der Kunde, nachdem er seine Wünsche am Schalter geäußert hat, künftig das Geld an einem der Automaten ausgezahlt. Dafür setzt er seine Sparkassen-Karte mit PIN ein. Sollte er diese nicht nutzen wollen oder eine Abhebung von einem Sparbuch vornehmen, wird ihm eine nur einmal verwendbare Karte ausgegeben. „Wir begleiten alle Kunden zum Automaten und erklären den Ablauf“, versichert Filialleiter Rolf Jansen. Bislang habe es keine Beschwerden gegeben. Wie in der Vergangenheit sollten Abhebungen von mehr als 5000 Euro zwei Tage vorher angekündigt werden.

Bisher stellt ein „automatischer Kassentresor“ (ATK) dem Mitarbeiter Geld zur Verfügung, das er an den Kunden weiterreicht. „Auf dieses Geld im ATK hat jeder Mitarbeiter direkten Zugriff“, sagt Kurt Matejit. Mit dem neuen System werden überall Kassentresore eingebaut, in denen das Geld bei Einzahlungen direkt „verschwindet“ und sich der Tresor im Falle eines Bankraubs aufgrund eines Zeitschlosses erst dann öffnen lässt, wenn die Polizei längst eingetroffen ist. Dies soll Täter abschrecken.

Aber handelt es sich nicht um eine weitere Automatisierung, die letztlich Personal spart? Kurt Matejit räumt ein, dass aus Versicherungsgründen bislang mindestens drei Mitarbeiter gleichzeitig in einer kleineren Filiale sein mussten. Mit dem neuen System reiche ein Mitarbeiter aus. Die Sparkasse wolle aber mindestens zwei Mitarbeiter einsetzen. Es soll mehr Personal in der Beratung und weniger für „Mischaufgaben“ am Schalter tätig sein.

„Kündigungen gibt es keine“, versichert Matejit. Im Zuge des neuen Filialkonzeptes stehe das Unternehmen generell vor Veränderungen, in den kommenden Jahren sollen etwa 40 bis 50 Stellen im Service wegfallen. Wie viele neue Stellen in der Beratung hinzukommen, sei noch offen. Matejit: „Mit dem neuen Kassensystem ist die Technisierung abgeschlossen.“