Hückelhoven: Neuer Weg auf alten Gleisen

Hückelhoven : Neuer Weg auf alten Gleisen

Der Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen auf Ruhestellung des Freistellungsantrages der Bahnstrecke Baal-Ratheim von Bahnbetriebszwecken ist gegen die Stimmen der Grünen und der Linke im Hückelhovener Stadtrat abgelehnt worden.

Die Verwaltung hatte sich für einen Antrag auf Entwidmung der gesamten Bahnstrecke entschieden, damit, so die Argumentation, bei einer eventuellen Reaktivierung der Bahnstrecke ein neues Planfestellungs- und Widmungsverfahren durchgeführt werden könne. „Wir sprechen hier in Zeiträumen von 20 bis 30 Jahren, sagte der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns in der Sitzung.

„Auf eine einmal entwidmete Strecke eine neue zu bauen, ist fast unmöglich”, sagte dagegen Ulrich Horst für die Grünen. Er sprach von seinen Erfahrungen mit der Rurbahn. Seiner Meinung nach mache die Querung der L 364 „die Strecke für die Bahn kaputt”. Die Argumentation der Verwaltung halte er für „nicht stichhaltig”.„Wer weiß, ob in 20 oder 30 Jahren das Eisenbahnkreuzungsgesetz noch existiert”, hielt Dr. Ortmanns entgegen.

Die Interessengemeinschaft (IG) Bahn - mit der die Verwaltungsspitze zwischenzeitlich ein Gespräch geführt hatte - hat sich dafür ausgesprochen, nur die für das Anlegen der L 117n notwendige Teilfläche aus der Bahntrasse zu entwidmen. Die Einbindung der Bürger in weitere Planungsprozesse sollte nach der Vorstellung der IG Bahn in Form von freiwilligen Bürgerbeteiligungen durchgeführt werden. „Ein Verfahren auf freiwilliger Ebene ist nicht rechtssicher”, sagt Ortmanns dazu.

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen hatte im Februar beantragt, auf der alten Bahntrasse einen neuen Radweg anzulegen. Dieser Weg, der in den Generalverkehrsplan aufgenommen werden soll, würde das Stadtgebiet von Baal über Doveren, Hückelhoven, Schaufenberg bis Ratheim, also von Südosten nach Norwesten, durchziehen. „Der Bau eines solchen Radweges wäre besonders aus ökologischer Hinsicht ein Meilenstein der Bemühungen, der CO2-Ausstoß weiter zu senken”, argumentiert die Verwaltung. Überdies sieht man darin eine „sinnvolle Interimsnutzung bis zu einer späteren eventuellen Reaktivierung der Bahntrasse.” Das wäre frühestens 2030 der Fall.