Neue Wege in der Ausbildung

Neue Wege in der Ausbildung

Geilenkirchen (an-o/hama) - "Vielleicht kann er unserem Ministerium ein Darlehen geben", meinte NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold zu Staatsminister Christoph Zöpel scherzhaft, als beide betonten, dass ihr Besuch bei der CSB-System AG in Geilenkirchen nicht im Zusammenhang mit einer Bürgschaft oder einem Darlehen stand.

Eine "selten glückliche Einheit" bescheinigten der Landes- und der Bundesminister dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Schimitzek: "Ein hervorragendes Unternehmen, ein sehr gutes Management und ein tolles Haus!" Zwei Hauptthemen waren der Anlass des Besuches.

Zum einen informierten sich die Politiker über die Zukunftsperspektiven für Auszubildende in den neuen IT-Berufen bei der Firma CSB und zum anderen ging es um die Alternative "Open Source Technologie" (OS) in der Ausbildung und in der Wissenschaft sowie als sichere Ausgangsbasis für neue Existenzgründungen im IT-Bereich. Bei OS handelt es sich um Computerprogramme, die Plattform unabhängig laufen. "Wir wollen in der Ausbildung neue Wege gehen und unserem Nachwuchs den Mut zur Selbstständigkeit vermitteln", meinte Schimitzek in einer kurzen Diskussionsrunde nach einer Besichtigung der Firma.

Bei CSB werde mit der OS-Technologie die Basistechnologie gefördert, die nicht von Monopolisten wie Mircosoft dominiert wird. Wer im IT-Bereich eine gute Idee hat, müsse die Möglichkeit haben, sie auf einer sicheren Basis stehend weiter entwickeln zu können und nicht damit rechnen zu müssen, dass eine Monopolist gleich alles aufkauft.

Wirtschaftsminister Schwanhold konnte sich an einige Kontakte mit der Firma CSB erinnern. "Voller Hochachtung" blicke er auf das Unternehmen, das in 25 Jahren 500 Arbeitsplätze geschaffen habe. Dr. Peter Schimitzek sei bei gutes Beispiel dafür, dass derjenige, der zur Quelle will, gegen den Strom schwimmen muss. Ernst Schwanhold werde dabei mithelfen, dass die Verbreitung der Open-Source-Philosophie Verbreitung finde: "Das bringt neue Arbeitsplätze!" Die CSB-Produkte, so versprach es der Minister, sollen Eingang in eine vielfältige Leistungsschau in Moskau finden. "Man trifft selten ein Unternehmen, dem es so gut geht", entschuldigte sich Staatsminister Zöpel, dass er noch nie bei CSB zu Besuch war. Zu oft seien es die Krisenfirmen, die um seinen Besuch bitten. Peter Schimitzek habe ihm heute nicht mitgeteilt, wo es nicht klappt, sondern wo es besser klappen könnte.

Lob von Zöpel

Auch Zöpel lobte die Kräftebündelung bei CSB und speziell die Open-Source-Arbeit, "damit Monopolisten nicht das ganze Feld besetzen". Schließlich würden dann keine neuen Existenzen und keine neuen Arbeitsplätze entstehen.

Bevor der Besuch beendet wurde, nahmen die beiden Politiker Peter Schimitzek aber noch das Versprechen ab, dass er sich als Dozent an der Fern-Uni in Hagen engagiert und an einer Open-Source-Initiative der Bundesregierung mitarbeitet.

An der Gründung einer OS-Initiative auf europäischer Basis arbeitet der CSB-Chef im Moment auf Hochtouren. Dazu ließ er sich aber nur entlocken, dass "hochkarätige Partner" in seinem Boot sitzen.