Kreis Heinsberg: Neue Stadtbuslinie rollt in Geilenkirchen los

Kreis Heinsberg : Neue Stadtbuslinie rollt in Geilenkirchen los

Auf der Basis des überarbeiteten Nahverkehrsplans für den Kreis Heinsberg und des darin enthaltenen Zielkonzepts 2018 soll der Busverkehr in der Region in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Ein wichtiges Element sind dabei weitere Stadtbuslinien, die speziell ­Innenstädte erschließen sollen.

So ist im neuen Fahrplan, der am kommenden Sonntag, 13. Dezember, in Kraft treten wird, eine neue Stadtbuslinie für Geilenkirchen zu ent­decken — nach dem Vorbild des Erka-Busses aus Erkelenz, der vor einem Jahr aus der Taufe gehoben worden war.

Die West Verkehr GmbH (West) berichtete am Montag bei ihrem traditionellen Pressegespräch vor dem Fahrplanwechsel — mit Geschäftsführer Udo Winkens, Burkhard Heine, Abteilungsleiter für Verkehrsverwaltung und Planung, sowie Franz-Peter Jansen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit — von ­„guten Erfahrungen“, die mit dem Erka-Bus gemacht worden seien.

Jetzt sollen erste Erfahrungen mit der neuen GK1 in Geilenkirchen gesammelt werden. Sie soll — abgestimmt auf die Zeiten der Bahn — Wohngebiete, soziale Einrichtungen und verschiedene Einkaufsmöglichkeiten mit dem Zentrum verbinden. Im Frühjahr soll über eine eigenständige Vermarktung und ein spezielles Fahrzeugkonzept für diese Linie nachgedacht werden.

Möglicherweise erhält die GK1 dann auch einen eigenen Namen und wird mit Fahrzeugen wie die EK4 in Erkelenz — mit sogenannten Sprintern — bedient.

Die West denkt aber bereits an die nächste neue Stadtbuslinie: für die City von Hückelhoven, wo in zwei Jahren, im Dezember 2017, die ersten Fahrten aufgenommen werden sollen.

„In einem Jahr könnte es wieder grenzüberschreitenden Busverkehr geben. Erste Gespräche sind geführt worden“, so Winkens weiter. Denkbar sei, dass West die ­Linie nach Sittard bediene und Arriva aus den Niederlanden die Verbindung von und nach Roermond sicherstelle.

Mit Blick auf das Busnetz im Kreis Heinsberg und den neuen Fahrplan stellte Geschäftsführer Udo Winkens fest, Ziel der West sei es, Linien zu beschleunigen, die Verknüpfung von Bus und Bahn sowie Bus und Bus zu optimieren und ein konstantes und zuverlässiges Grundangebot über das ganze Jahr hinweg zu gewährleisten.

Mit den Anschlüssen läuft dabei aber nicht immer alles nach Wunsch: „Leider hat die Deutsche Bahn die Fahrzeiten auf der RB33 nach Heinsberg um drei Minuten verschoben, sodass der Anschluss in Dremmen eng bemessen ist“, erklärte Burkhard Heine. Die West habe dagegen mehrfach Bedenken geäußert, diese seien jedoch leider nicht berücksichtigt.

In Abstimmung mit den für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verantwortlichen Stellen des Kreises Heinsberg wird zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag — neben der Einführung der neuen Stadtbuslinie für Geilenkirchen — eine ganze Reihe von Veränderungen umgesetzt: So wird zum Beispiel im Stadtgebiet von Erkelenz auf das Fortschreiten des Tagebaus Garzweiler II reagiert, aber auch auf verschiedene Kundenwünsche beispielsweise rund um den Erka-Bus. Kreisweit sollen unter dem Strich 32.000 Kilometer mehr zurückgelegt werden.

Mit Blick auf Flüchtlingsunterkünfte erfolgen zwei Anpassungen: So wird in Wassenberg die bislang nur für das Anruf-Bus-System Multi-Bus genutzte Haltestelle „Birgeler Wald“ auch für die Linie 404 genutzt. Und in Hückelhoven gibt es mehr Stopps an der Haltestelle „Kaphof“ auf der Linie 407.

Um den Benutzungsgrad des ÖPNV zu steigern, müsse dieser so attraktiv wie möglich gemacht werden, so die West-Einschätzung. Schnell verfügbare Informationen über das aktuelle Verkehrsgeschehen würden in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Baustein sowie die Schnittstelle zwischen dem (potenziellen) ÖPNV-Nutzer und den öffentlichen Verkehrsmitteln darstellen.

Deshalb soll es zum Start des neuen Fahrplans als neuen Service mit Hilfe von QR-Codes und Smartphones eine mobile Echtzeit-Fahrplanauskunft geben; stationäre digitale Fahrgast­informationsanzeiger existieren seit einigen Jahren an elf zentralen Haltestellen im Kreisgebiet.

Der vom Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg geäußerte Wunsch nach akustischen Ansagen der jeweiligen Haltestellen in den Bussen ist — wie Winkens auf Nachfrage erklärte — inzwischen auch erfüllt worden, auf fast allen Buslinien; allerdings nur in den Bussen, die der West selbst gehören würden, wie er einschränken musste.

(disch)