Heinsberg: Neue Propst schwimmt, wandert und züchtet Hühner

Heinsberg : Neue Propst schwimmt, wandert und züchtet Hühner

Markus Bruns, derzeit noch Pfarrer in Viersen, soll (wie berichtet) voraussichtlich zum ersten Advent neuer Propst von Heinsberg werden. Zugleich würde er damit auch Pfarrer für die Pfarreien Aphoven, Laffeld, Unterbruch, Schafhausen, Straeten und Waldenrath, zudem Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heinsberg/Waldfeucht und Vorsitzender der Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbandes (KGV) Heinsberg/Waldfeucht.

Im Rahmen einer sogenannten Anhörung stellte er sich jetzt im Heinsberger Jugendheim „Brücke” den pastoralen Mitarbeitern sowie den Vertretern von GdG und KGV vor. Begleitet wurde er dabei von Pastoralreferent Bernd Dickmeis aus dem Aachener Generalvikariat und von Regionaldekan Winfried Müller.

Er sei in Birgelen geboren und auf dem heutigen Pützchensweg aufgewachsen, sagte der 43-Jährige und machte damit gleich zu Beginn deutlich, dass ihm das Heinsberger Land nicht unbekannt ist. Schulzeit und Studium in Bonn und Innsbruck folgten ein pastorales Jahrespraktikum in Mönchengladbach, dem Priesterseminar in Aachen das Diakonat in Aachen-Burtscheid.

Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1995 ging er nach Viersen. Fünfeinhalb Jahre war er hier als Kaplan tätig. Im Jahre 2000 wurde er Jugendseelsorger für die Region Kempen-Viersen, zugleich Pfarrer an St. Helena. Seit 2006 ist er Leiter der GdG Viersen, zudem Pfarrer an St. Peter und St. Marien.

Gerade das dörfliche Leben sei ihm vertraut, betonte Bruns, der zusammen mit seiner Mutter nach Heinsberg kommen wird. Mit ihr wird er in die Propstei einziehen. „Ortsverbundenheit war mir immer wichtig”, so der Priester. Das Leben in der Gemeinschaft mit seinen wechselseitigen Beziehungen in gegenseitiger Achtung habe für ihn einen ganz zentralen Wert.

„Ich habe einfach Freude am Leben, am Glauben und an Kirche, bei allen Problemen, die es da gibt.” Er feiere ausgesprochen gerne Gottesdienste, fuhr er in seiner eigenen Charakterisierung fort. „Sie sind für mich auch immer Quelle meines eigenen Lebens und meiner Spiritualität.”

Als seine Hobbys nannte Bruns Schwimmen, Wandern und die Aufzucht seiner eigenen Hühner. Dass sein Herz zudem für Borussia Mönchengladbach schlägt, musste er nicht mehr erklären, nachdem er sein eigenes Trikot auf den Tisch gelegt hatte. Damit eng verbunden ist für ihn aber auch eine weitere Grundeinstellung für seine Tätigkeit als Pfarrer: „Wenn Christen zusammen leben und arbeiten, ist das auch ein Mannschaftssport”, sagte er dazu.

Er wünsche sich mehr Begeisterung statt Resignation, trotz aller Schwierigkeiten und Nöte, lautete die spontane, grundsätzliche Antwort auf die Frage nach seinem Pastoralkonzept. Die in der GdG vorhandene, dezentrale Struktur von 15 eigenständigen Kirchengemeinden und Pfarreien sei gut.

„Sie heißt aber nicht Separatismus”, betonte Bruns. „Wir lieben alle unseren eigenen Kirchturm, und trotzdem darf er uns den Blick nicht verstellen auf das gemeinsame Ganze.”

Als die wesentlichen Grundelemente einer guten Zusammenarbeit in GdG und KGV sieht er eine hohe Transparenz und Verbindlichkeit.” Gut aufgestellt wünscht er sich die Gemeinschaft zudem in der Jugendarbeit.

„Es geht nicht darum, junge Menschen zu rekrutieren, sondern darum, sie im Leben zu begleiten”, so seine Intention. Und es gehe darum, auch diejenigen Menschen wieder für Kirche zu interessieren, die aktuell hier nur wenig Heimat hätten.

Der Ökumene gegenüber sehr aufgeschlossen sieht er einen weiteren Schwerpunkt pastoraler Tätigkeit schließlich in caritativer Arbeit, „alles in allem mit euch als Christ und für euch als Pastor”, schloss Bruns. „Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen.”