Kreis Heinsberg: Neue Projekte helfen bei der Berufswahl

Kreis Heinsberg : Neue Projekte helfen bei der Berufswahl

Mit maximal 70.000 Euro und damit zu 51 Prozent wird der Kreis Heinsberg in diesem Jahr eine Maßnahme zur vertieften Berufsorientierung finanzieren.

Dies hat der Jugendhilfeausschuss einstimmig beschlossen. Bei Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung handelt es sich um zusätzliche Angebote, die Regelangebote der Schule und der Agentur für Arbeit für die Berufsorientierung ergänzen.

Auch im Kinder- und Jugendförderplan des Kreises ist festgelegt, dass die Kooperation mit Schulen so zu verstärken ist, dass besonders Jugendliche in benachteiligten Lebenslagen möglichst so rechtzeitig ein Angebot der Jugendsozialarbeit erhalten, dass sie einen qualifizierten Schulabschluss erreichen können und der Übergang in Ausbildung und Arbeit möglich wird.

Deshalb soll nun die RAG Bildung aus Essen, ein seit 15 Jahren bestehendes, privates Bildungsunternehmen, für rund 120 Schüler an Förderschulen und 90 Schüler an Hauptschulen ein entsprechendes Projekt realisieren.

Dabei handelt es sich um Schüler, die voraussichtlich keinen Schulabschluss erreichen werden oder bei denen der Schulabschluss gefährdet ist und die sehr schwer in Ausbildung zu vermitteln sind.

Das Projekt, das von Februar bis Dezember mit 75 Unterrichtsstunden durchgeführt werden soll, basiert auf drei Säulen. Auf eine vertiefte Feststellung der vorhandenen Kompetenz folgt die Vermittlung berufsspezifischer und betriebskundlicher Erkenntnisse und Erfahrungen.

Dazu gehören ein Bewerbungstraining ebenso wie eine fünftägige Praxiswoche, die als Entscheidungshilfe für ein dreiwöchiges Praktikum vor den Herbstferien dient. Wählen können die Schüler dabei aus acht verschiedenen Gewerken, die von Körper/Pflege bis hin zu Metall/Elektro reichen. Daraus resultieren soll schließlich ein verbessertes Entscheidungsverhalten.

Alle Schüler, die am Projekt teilnehmen, erhalten von ihrer Schule den Berufswahlpass NRW. „Dieser Pass hilft den Schülern, ihre Entwicklung zu dokumentieren, ihre Entscheidung zu konkretisieren beziehungsweise zu verändern”, heißt es dazu in der Projektbeschreibung der RAG. Die Schüler würden damit lernen, ihr Lernen eigenverantwortlich zu organisieren, sich ihr Kompetenzprofil bewusst zu machen und die erworbenen Kompetenzen auszuwerten und zu dokumentieren.

Geplant ist schließlich der Aufbau einer Peer-Group, das heißt Schüler der letzten beiden Schuljahre und Jugendliche, die sich bereits in Ausbildung befinden, sollen sich schulübergreifend alle vier Wochen zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch treffen.

Da Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung nur für allgemein bildende Schulen gefördert werden, wird der Kreis nach ebenfalls einstimmig erfolgtem Ausschussbeschluss zudem mit 1800Euro ein Berufswahlseminar des Berufskollegs Geilenkirchen als Pilotprojekt fördern. Dabei werden acht Jugendliche mit zwei Lehrkräften zehn Tage in Oberzauch verbringen. Die Alm in den österreichischen Alpen wird vom Verein zur Förderung der Sozialintegration Aachen getragen.