Erkelenz: Neue OP-Technik bei Brustkrebs sanfter

Erkelenz : Neue OP-Technik bei Brustkrebs sanfter

Mit der Amtseinführung von Dr. Uwe Peisker, der seit Anfang Mai als Chefarzt der Gynäkologisch/Geburtshilflichen Klinik am Herman-Josef-Krankenhaus in Erkelenz tätig ist, kam auch eine neue und vor allem schonende Operationstechnik ins Haus.

„Chefarzt Dr. Uwe Peisker setzt ab sofort eine neue Operationstechnik bei Brustkrebs ein”, kündigte Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz bei einem Pressegespräch an.

Wenn eine Frau an Brustkrebs erkrankt sei, würden bei der Operation aus der betroffenen Körperhälfte immer auch Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt, die der Arzt im Labor untersuchen lasse.

Dadurch werde festgestellt, ob sich die Erkrankung noch auf die Brust beschränke, oder ob schon Krebszellen in den Körper gewandert seien. Ist das der Fall, besteht die Gefahr, dass sich Metastasen, so genannte „Tochtergeschwülste” in anderen Organen bilden.

Bei kleinen Krebsknoten, die bis zu zwei Zentimeter groß seien, komme dies nur sehr selten vor, so Peisker. Bisher seien immer etwa 15 bis 20 Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt worden, um sicher zu gehen, dass kein befallener Knoten übersehen worden sei.

Eine Methode, die Folgen für die Frau habe: „Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr reibungslos abfließen. Dadurch schwillt der Arm an, und seine Beweglichkeit ist danach oft eingeschränkt, weil sich nach dem Eingriff Narben bilden”, erklärte Dr. Peisker.

Die neue Methode mache die komplette Entfernung der Lymphknoten jetzt überflüssig. Mit Hilfe einer extrem geringen radioaktiven Strahlung könnten Ärzte genau feststellen, welche Lymphknoten zu dem Teil der Brust gehörten, in dem der Krebs sitze.

„Denn nur durch diese Lymphknoten können die Krebszellen in den Körper abwandern. Diese Knoten werden Wächterlymphknoten genannt, und müssten auf jeden Fall entfernt werden”, betonte Dr. Peisker. Meist seien dies mit der neuen Methode aber nur noch 2 bis 5 Stück, und nicht wie bisher 15 bis 20. Dementsprechend geringer würden daher auch die Nebenwirkungen ausfallen.

Ein weiterer Vorteil der neuen Methode sei, dass über die Spezialsonde nun auch eher ungewöhnliche Stellen untersucht werden könnten, die vorher nicht erfasst werden konnten, was den ganzen Prozess und vor allem die Ergebnisse durchaus zuverlässiger mache. Peisker versäumte es in diesem Zusammenhang nicht, ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchungen hinzuweisen.

Je früher Brustkrebs entdeckt werde, um so besser seien die Chancen der Patientinnen. In fast allen Fällen der Früherkennung treffe nämlich zu, wenn der Brustkrebs kleiner als zwei Zentimeter ist, bleibe den Patientinnen mit Ausnahme der Wächterlympknoten sicherlich eine weitere OP erspart.

Die neue Methode werde noch nicht in allen Krankenhäusern angeboten. Frauen müssten sich daher vor dem Eingriff genau informieren, welche Klinik das Verfahren anbiete. „Im Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz ist es jetzt Routine”, so Wolfgang Salz zufrieden.