Gangelt/Selfkant: Neue Mensa in Gangelt: Nächster Stein im Schulmosaik

Gangelt/Selfkant : Neue Mensa in Gangelt: Nächster Stein im Schulmosaik

„I have a dream“. Dieser legendäre Satz des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King prangt an der Wand der Café-Lounge der neuen Mensa. Für den Gesamtschulzweckverband Gangelt/Selfkant ist auch ein Traum in Erfüllung gegangen. Mit dem Start in das neue Schuljahr wurde zugleich der Um- und Erweiterungsbau im und am früheren Hauptschulgebäude in Gangelt feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Im November 2015 hatten die Bauarbeiten begonnen, und angesichts des nun zu besichtigenden Ergebnisses zeigte sich Bürgermeister Bernhard Tholen „glücklich, dass die Realisierung in so schneller Zeit möglich war“. „Hier ist nicht nur ein Raum zum Essen, sondern auch zum Relaxen und Kommunizieren entstanden“, schwärmte der Bürgermeister. Sein Dank richtete sich an die Baubeteiligten — angefangen bei den Planern über die Handwerksbetriebe bis hin zu den Gestaltern des Außenbereichs. Die Liste derer war lang, jeder wurde namentlich genannt und erhielt von den Jugendlichen als Dankeschön eine Sonnenblume.

Für die neue Mensa wurden 250 Quadratmeter des ehemaligen Hauptschulgebäudes umgebaut, und das Erdgeschoss wurde um zusätzliche 250 Quadratmeter erweitert.

In puncto Wohlfühl-Atmosphäre hat man ein besonderes Augenmerk auf die innenarchitektonischen Komponenten gelegt. „Licht, Einrichtung und Farbgebung spielen eine wichtige Rolle“, erklärte Tholen. Natürlich soll die Mensa, sogar mit Außenterrasse, nicht nur was für die Seele, sondern auch und gerade was für den Magen bereithalten. Als Betreiber wurde die Firma Isswas, die kreisweit im Mensa-Geschäft tätig ist, gewonnen, sie kredenzt zum Mittagessen drei Hauptgerichte und darüber hinaus natürlich belegte Brötchen, Baguettes und Kuchen.

„Schritt in die richtige Richtung“

Gutes Essen ist wichtig, sowieso; in dem Fall hat es aber einen weiteren Nährwert: Die Qualität der Schule soll Stück für Stück verbessert werden. Tholen machte die Marschrichtung klar. Schließlich gehe es bei der wachsenden regionalen Konkurrenz darum, die noch in der Aufbauphase befindliche Gesamtschule mit den Standorten Gangelt und Höngen Interessenten schmackhaft zu machen — mit dem Speise- wie Unterrichtsplan. Die Schaffung der Mensa auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern (250 Quadratmeter wurden erweitert, 250 des ehemaligen Hauptschulgebäudes umgebaut) ist nach Worten von Bernhard Tholen ein „wesentlicher Schritt in die richtige Richtung“.

Die Realisierung der Mensa ist mit rund einer Million Euro zu Buche geschlagen, die Kosten zahlt — so wie es die interkommunale Vereinbarung auch für Projekte in der Schulpartnergemeinde Selfkant vorsieht — die Gemeinde Gangelt; der Schulzweckverband ist Mieter der Immobilie.

Starke Strahlkraft

Die Gangelter Mensa ist nur ein Baustein in dem Mosaik, das sich allmählich in der neusortierten lokalen Schullandschaft immer mehr zusammenfügt. So wurden nach Worten Tholens in das Gebäude, das bislang von der Hauptschule genutzt wurde, weitere 500.000 Euro investiert, um die Gangelter Dependance der Gesamtschule fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft.

Diese wirft ihre Schatten längst voraus: Hauptschule und Realschule laufen bekanntlich aus; deren 10. Klassen werden ab diesem Schuljahr im Gebäude der Realschule unterrichtet. In zwei Jahren dann soll der Realschulbau frei werden, um dort die neue Oberstufe der Gesamtschule mit den Jahrgängen 11, 12 und 13 sukzessive aufzubauen. Bereits zum nächsten Schuljahr werden die drei Jahrgänge 8, 9 und 10 im „Haus der Jugendlichen“, wie das alte Hauptschulgebäude fortan heißt, komplett sein. Längst in festen Bahnen läuft der Schulbetrieb im „Haus der Kinder“ in Höngen, das sozusagen die Ausgangsbasis für das Erreichte und zu Erreichende ist.

„I have a dream“. Diese vier Worte mit starker Strahlkraft haben für Schulleiter Reinhold Schlimm auch eine pädagogische Dimension. In Anlehnung an Martin Luther Kings Zitat, das plakativ die Café-Lounge der Mensa ziert, sollen „die Schüler ihren ganz persönlichen kleinen Traum träumen, der sie zum Glück führt. Das haben sie selbst in der Hand. Unsere Aufgabe ist es aber, ihnen den Weg in die Zukunft zu bahnen“. Eine wesentliche Voraussetzung sei auch die Bereitstellung von gut ausgestatteten Schulgebäuden; die Mensa gehöre zweifelsohne dazu, sie bietet nach Darstellung Schlimms „die Möglichkeit zur Kommunikation und einen angenehmen Kontrapunkt zum Lernen“.

Büffet eröffnet

Der Schulleiter bedankte sich im Namen des Kollegiums, der Schüler und deren Eltern bei der großen Schar der Baubeteiligten. Bürgermeister Tholen erhielt für sein Engagement, das er auch beim Beaufsichtigen der Bauarbeiten an den Tag gelegt habe, symbolisch einen Bauhelm und einen fetten Kürbis aus dem Höngener Schulgarten. Sein Amtskollege aus dem Selfkant, Herbert Corsten, durfte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gesamtschulzweckverbandes Gangelt/Selfkant zum Dank eine Sonnenblume mit nach Hause nehmen.

Hiernach gab’s die Premiere: Das kalte und warme Büffet war für die Schüler eröffnet.

(dawin)