Sittard/Selfkant-Wehr: Nervenkitzel: Zuschauern stockt der Atem

Sittard/Selfkant-Wehr : Nervenkitzel: Zuschauern stockt der Atem

Für die Kinder war die Sache klar: Die Clowns „Les Mullens” waren die Stars im fast ausverkauften Zirkuszelt der Familie Loettel aus Wehr in der Haspelsestraat in Sittard - von Wehr im Selfkant ein Katzensprung bis zum weihnachtlichen Zirkusvergnügen.

Bei den Erwachsenen war die Sache nicht so einfach, denn viele der über 1000 Gäste hatten ihre ganz eigenen Stars.

Familie Loettel bot bei der fünften Auflage des Dreiländer-Weihnachtszirkus ein Programm absoluter Spitzenklasse. Rund zwei Stunden gab es Schlag auf Schlag Zirkus vom Feinsten.

Einige Male stockte der Atem, wobei Nervenkitzel selbst die Artisten zu Höchstleistungen trieb. So wie beim Trapez-Künstler Oleg. Im Vorjahr hatte er einen schlimmen Unfall, brach sich bei einem Sturz fast alle Knochen.

Er kehrte zurück und zeigte eine atemberaubende Vorstellung in luftiger Höhe. Nach der Pause stand er mit seiner Tochter in der Manege. Die junge Dame hat viel Talent vom Vater geerbt und wurde ebenfalls frenetisch für die Trapez-Künste gefeiert.

Richtiges Zirkusblut fließt auch in den Adern der spanischen Familie Alvarez. Die Artistenfamilie aus Sevilla geht mittlerweile in die siebte Generation. „Ich bin natürlich mächtig stolz auf meine beiden Töchter”, so der 45-jährige Vater Manuel, der selbst in der Manege stand. Als Jongleur ist er selbst ein Künstler der Spitzenklasse.

Seit 30 Jahren lässt er Kegel und Teller tanzen. Schnelligkeit im Turbotempo ist für ihn kein Zauberwort, sondern normaler Alltag. Mit fünf Jahren stand er bereits in der Manege, da begann seine große Karriere. Tochter Vanessa riss das Publikum mit spanischem Temperament und Ausstrahlung in ihren Bann.

Auf dem Rücken liegend jonglierte sie gleich vier ein Quadratmeter große Tücher. Die junge, hübsche Dame drehte die Tücher im Kreis mit „Überschallgeschwindigkeit”.

Und Schwester Jacqueline zeigte Handakrobatik. Das zierliche Mädchen hatte richtig Power in den Armen und lies sich selbst fast schweben. Mit zwölf Jahren war sie bereits ein Star in Monte Carlo; die Zuschauer der Premiere wissen warum.

Nach der Pause verzauberte Krenzola jr. mit seiner Tiershow. Kaum zu glauben, aber wahr: ein Fuchs schob einen kleinen Karren mit einer Gans im Gepäck spazieren, und es erklang das Lied: „Fuchs du hast die Gans gestohlen”.

Die Minuten dieser Show bleiben sicher für viele unvergesslich, auch für den Schreiber dieser Zeilen. Plötzlich flatterte es in seinem Rücken, ein riesiger Adler hatte es sich bequem gemacht und flog dann weiter zu seinem Meister. Der Vogel breitete sein ganzes Federkleid aus - ein beeindruckendes Bild.

Weit über 50 Tiere sorgten insgesamt für mehrfachem Szenenapplaus. Ein Papagei drehte dabei fleißig seine Flugrunden im Zelt.

Bei soviel geballter Zirkuskraft müssen auch Ioulia mit ihrer Hundedressur sowie die drei afrikanischen Akrobaten Ndux Malax genannt werden und das Orchester Taduez Kozu aus Polen. Die Codie Dancers zogen erneut die Blicke auf sich.

Die jungen Damen machen ihre Sache fast professionell, man mag nicht glauben, dass sie nur für den Dreiländer-Weihnachtszirkus das Tanzbein schwingen.