Kreis Heinsberg: Naturpark-Versammlung: Wird aus Schwalm-Nette Niederrhein?

Kreis Heinsberg : Naturpark-Versammlung: Wird aus Schwalm-Nette Niederrhein?

Beim Naturpark Schwalm-Nette gibt es Überlegungen, den eigenen Namen zu ändern. Dies wurde am Mittwoch bei der Sitzung der Verbandsversammlung im neuen Naturpark-Tor in Wassenberg bekannt.

Der Verbandsvorsteher, Landrat Dr. Andreas ­Coenen aus dem Kreis Viersen, skizzierte die Gedanken: Schwalm-Nette sei in der Region zwar bestens bekannt, um aber eine bessere Verortung des Naturparks außerhalb der Region zu erreichen, erscheine eine Umbenennung in Naturpark Niederrhein sinnvoll.

„Dann hätten wir es wesentlich leichter“, so Coenen. Auch eine Verwechslungsgefahr mit dem grenzüberschreitenden Naturpark Maas-Schwalm-Nette (der aus dem Schwalm-Nette-Verband und seinen niederländischen Partner gebildet wird) wäre dann ausgeschlossen.

Eine Entscheidung sollte am Mittwoch noch nicht fallen und fiel auch nicht. Es solle nicht übereilt entschieden werden, so Coenen, der den Niederrhein-Vorschlag auch als einen „Willkommensgruß“ für weitere Gebietskörperschaften verstanden wissen wollte, die derzeit nicht dem Naturpark angehören. Gebildet wird er aus den Kreisen Viersen, Kleve und Heinsberg sowie der Stadt Mönchengladbach.

Das Echo auf ­Coenens Ausführungen war am Mittwoch durchaus positiv, zum Beispiel von Landrat Stephan Pusch, habe sich der Kreis Heinsberg mit seiner neuen Tourismus-Marke „Heinsberger Land“ doch auch dem Niederrhein-­Tourismus angeschlossen. Es gab aber auch andere Vorschläge wie Naturpark Linker Niederrhein oder Naturpark Rur-Schwalm-Nette. Es gab aber auch den Wunsch, erst einmal mehr Informationen und auch externen Rat einzuholen.

„Denksportaufgabe“

Rainer Seelig aus dem NRW-Umwelt- und Naturschutzministerium erwies sich als Anhänger des bekannten Namens Naturpark Schwalm-Nette. Er erklärte, er sei „skeptisch“ und rate, „au­fzu­passen“ und eine eventuelle Namensänderung „gründlich zu überlegen“. Das Thema Naturpark-Name wird die Gremien und Akteure des Verbandes also in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen. Dr. Ferdinand Schmitz, Vorsitzender der Verbandsversammlung, sprach von einer „Denksportaufgabe mit starker emotionaler Komponente“.

Im Jahr 2012 hatte der Naturpark Schwalm-Nette mit der Naturparkschau unter dem Motto „Wandervolle Wasserwelt“ einen großen Erfolg gefeiert und dabei unter anderem mit der Schaffung von neun Premium-Wanderwegen und 25 Wasser-Blicken oder der Schwalm-Renaturierung in Wegberg Nachhaltiges bewirkt.

Am Mittwoch hat die Verbandsversammlung nun grünes Licht gegeben für eine Teilnahme am Landeswettbewerb Naturparkschau 2021, der im März 2018 ausgeschrieben werden soll. Der Naturpark Schwalm-Nette will sich also um die Schau 2021 bewerben. Sollte er — wie immer er dann heißen mag — wirklich wieder zum Zuge kommen, dürften nach einer ­ersten Schätzung von Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann rund 300.000 Euro zu veranschlagen sein.

Bei einer 70-prozentigen Landesförderung würde der Eigenanteil des Naturparks bei 90.000 Euro liegen. 60.000 Euro davon sollen als Drittmittel zum Beispiel von Sponsoren eingeworben werden. Im Naturpark-Haushalt müssten dann 30.000 Euro — verteilt auf die Jahre 2019, 2020 und 2021 — eingestellt werden. Vorsteher Coenen zeigte sich davon überzeugt, dass eine erneute Naturparkschau dem Verband gut tun und auch positive Publizität schaffen würde.

(disch)