Naturpark rückt Wildenrath in den Blickpunkt

Naturpark rückt Wildenrath in den Blickpunkt

Kreis Heinsberg. Der Naturpark Schwalm-Nette rückt in den nächsten Monaten das Naturparkzentrum Wildenrath stärker in den Blickpunkt.

Zur Bionik-Ausstellung („Zukunftstechnik lernt von der Natur”) gesellt sich vom 20. bis zum 29. April unter dem Titel „Technik fasziniert” eine Ausstellung über die Welt des Lichts, die von verschiedenen Kooperationspartnern präsentiert und mit einem umfassenden Rahmenprogramm verknüpft wird.

Das 40-jährige Bestehen des Zweckverbandes Naturpark Schwalm-Nette (ihm gehören neben dem Kreis Heinsberg die Kreise Viersen und Kleve sowie die Stadt Mönchengladbach an) wird am 2. Mai in Wildenrath gefeiert. Aus diesem Anlass wird die Pariser Design-Professorin und Architektin Biruta Kresling, die sich bei ihrer Arbeit von Faltstrukturen in der Natur inspirieren lässt, einen Vortrag bei der Verbandsversammlung halten und nachmittags einen Falt-Workshop („Bionics & Design”) anbieten.

Passend zum Sommeranfang soll die Sonntagsführung am 19. Juni kombiniert werden mit einer Outdoor-Veranstaltung unter dem Motto „Auf Stupsis Fährte”. Mit Unterstützung des Forstamtes sollen Wachstumsstrategien der Bäume erläutert werden, die auch zur Optimierung von Bauteilen geführt haben.

Auch beim Naturparktag am 28. August, wenn alle Besucherzentren im Maas-Schwalm-Nette-Gebiet mit einem speziellen Programm aufwarten, ist Wildenrath wieder mit von der Partie.

Bislang haben das Naturparkzentrum und die Bionik-Ausstellung „noch relativ wenig Laufpublikum”, wie Naturpark-Mitarbeiterin Beatrix Tichelmann berichtet. Verstärkt seien zwar Schulklassen zu Gast, doch auch von dieser Seite wäre mehr Resonanz durchaus wünschenswert. Dr. Gerd Hachen, der Vorsitzende der Verbandsversammlung des Naturparks Schwalm-Nette, formulierte in diesem Zusammenhang einen Appell an die Schulen der Region: „Sie sollten die Gelegenheit nutzen, dieses Angebot unmittelbar vor Haustür wahrnehmen und sich über Bionik zu informieren.”

Die vom Mannheimer Landesmuseum für Technik und Arbeit konzipierte Ausstellung zeigt, auf welch vielfältige Art moderne Technik von der Natur lernen kann. Warum zum Beispiel wird am Pinguin und am Hai geforscht, um das Fliegen zu verbessern? Wie funktioniert der Lotus-Effekt?

Hachen plädiert dafür, dass der Standort Wildenrath nicht nur unter dem Aspekt Bahntechnik, sondern auch unter touristischen Gesichtspunkten weiterentwickelt werden sollte. Neben der Bionik-Ausstellung und der Eisenbahn-Modellanlage, die das benachbarte Siemens-Prüfcenter darstellt, sind weitere Bausteine denkbar: Wechselausstellungen, die Schaffung eins Bolzplatzes, ein Aussichtspunkt an der Bahnstrecke oder ein ausgeschildeter Wanderweg zur NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath - um nur einige Punkte zu nennen.

Hachen appelliert an die Verantwortlichen in der Region, zu dieser Weiterentwicklung beizutragen und will das Gespräch suchen, so mit den Betreibern des List-Zentrums und der Stadt Wegberg, mit Siemens, mit Gastronomiebetrieben und dem Heinsberger Tourist-Service.

Eine gute Gelegenheit, auf das Naturparkzentrum Wildenrath aufmerksam zu machen, besteht an diesem Freitag. Die NRW-Initiative „Zukunft durch Technik” organisiert von Düsseldorf aus eine Journalisten- und Ministerreise mit dem nordrhein-westäflischen Wirtschafts- und Arbeitsminister Harald Schartau. Sie führt in den Kreis Heinsberg. Einer der Programmpunkte ist der Besuch der Bionik-Ausstellung.