Kreis Heinsberg: Natur hat am Rurufer nahe Millich Vorfahrt

Kreis Heinsberg : Natur hat am Rurufer nahe Millich Vorfahrt

Wer sich häufiger im Bereich von Hückelhoven-­Millich an der Rur aufhält, hat möglicherweise in den letzten Wochen in der Rur einen Bagger stehen sehen. Der Bagger hat nach Angaben des Kreises Heinsberg die Reste des ehemaligen Millicher Wehres beseitigt und das Ufer an einigen Stellen etwas abgebrochen.

Die Maßnahme ist laut Kreis von der Bezirksregierung Köln genehmigt und wurde vom Wasserverband Eifel-Rur durchgeführt. „Sie ist Teil der Umsetzung zur EU-Wasserrahmenrichtlinie mit dem Ziel, das Gewässer naturnäher und lebendiger zu gestalten. Lebendige, artenreiche Gewässer sind wichtiger Bestandteil des Naturhaushalts, zu dem am Ende auch der Mensch gehört“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Die Rur sei insgesamt zu schmal und fließe zu gleichförmig in weiten Bereichen wie in einem Kanal zu Tal.

Die Ufer seien mit Wasserbausteinen gepflastert. Es würden steile und flache Uferabschnitte, Kiesbänke, Stromschnellen und Kolke fehlen. Erst wenn diese Strukturen wieder vorhanden seien, könne sich Artenreichtum einstellen.

Zu diesem Zweck sei auch das neue Naturschutzgebiet „Obere Ruraue“ im Jahr 2016 unter Beteiligung der Öffentlichkeit und mit breiter politischer Mehrheit vom Kreis Heinsberg ausgewiesen worden, erklärte die Pressestelle des Kreises.

Die Wasserqualität der Rur sei für die naturnahe Entwicklung geeignet und werde sich in Folge der mit der Maßnahme verbundenen höheren Strukturvielfalt weiter verbessern. Die vorgenommene Maßnahme solle fehlenden Strukturreichtum in dem betroffenen Abschnitt initiieren, denn nach einem Hochwasser würden gewollt weitere Uferabbrüche und Anlandungen entstehen.

„Wir wollen die Rur ein Stück weit naturnäher gestalten“, das ist die Intention auch des Kreises, wie der Leiter des Amtes für Umwelt und Verkehrsplanung, Günter Kapell, ausführte. Eine der Folgen sei, dass der beliebte Rur-Ufer-Radweg in diesem Bereich habe verlegt werden müssen. „Eine andere Lösung für die Wegeführung war aufgrund der Eigentumsverhältnisse leider nicht möglich“, so Kapell, der die Radfahrer bittet, die Beschilderung am Rur-Ufer-Radweg zu beachten.

„Auf wenigen Hundert Metern hat nun die Natur am Ufer der Rur Vorfahrt“, so Kapell. „Dafür bitten wir die Radfahrer um Verständnis.“

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